Ich liebe Zimtschnecken! Schön fluffig, mit viel Zimt. So sind sie ein Traum. Gleich ist es soweit. Da komme ich in den Genuss dieser süßen Köstlichkeit. Wahrscheinlich schlecke ich mir noch Minuten später jeden einzelnen Finger ab… Ich bin nämlich auf dem Weg nach Bamberg. In ein klitzekleines, zuckersüßes Lädchen an der Nonnenbrücke: Das Zuckerbrot. Allerdings hat der Laden weitaus mehr zu bieten als nur Zimtschnecken. Zuckerbrot Bamberg

Nicht nur zuckersüße Sachen

In dem schnuckeligen Café gibt es neben Kuchen der Saison, Chocolate Cookies, Cantuccini oder Amerikaner auch Steinofenbrot, Baguette und anderes Hefegebäck. Alles ist hausgemacht von der Chefin höchstpersönlich. Die Ingenieurin für Lebensmitteltechnologie, Stefanie Pfeiffer legt für die Herstellung ihrer Produkte allergrößten Wert auf einfache aber hochwertige Rohstoffe. Die findet sie in heimischen Anbaugebieten, in direkter Nachbarschaft. Mit „echten“ Lebensmitteln und kreativen Produkten, so überrascht sie ihre Kunden. 

Kreatives Gebäck aus heimischen Produkten

Von außen wirkt der Laden völlig unscheinbar, aber innen ist er ein richtiger Blickfang. Einfach, aber liebevoll mit schönen Details ausgestattet. Ich fühle mich direkt wohl. Der einzigartige Duft von frischem Gebäck, Zimt und Kaffee machen Lust auf ’ne Pause und auf einen kleinen Plausch mit der sympathischen Stefanie. Schnurstracks steuere ich auf die kleine Sitzecke am Fenster zu. Einfach mal ’ne Zimtschnecke oder ein Brot kaufen und wieder gehen? Nee, also das kommt ja überhaupt nicht in Frage. 

Die Liebe zum Handwerk

Sag mal, wie kommt eine Akademikerin dazu ins Handwerk zu wechseln?“, will ich von Stefanie wissen. „Na ja, nach fünf Jahren Tätigkeit als Ingenieurin in einem Maschinenbaubetrieb für die Lebensmittelindustrie, habe ich festgestellt, das ist nicht meine Welt. Die Liebe zum Handwerk und die natürliche Lebensmittelverarbeitung mit seiner Vielfalt ist für mich viel spannender als die industrielle Verarbeitung“, erklärt sie den Wandel.

Stefanie Pfeiffer

Das Zuckerbrot – ein Zufall

Stefanie stammt aus einer oberfränkischen Brauerfamilie. „Immer wenn wir uns in der Familie getroffen haben, haben wir selber was gemacht: Bier gebraut, Bratwürste gemacht oder Kuchen gebacken. Wir haben immer etwas ausprobiert“, erzählt sie. Und dabei spielt Stefanies Schwägerin Kristin eine große Rolle. Sie kann nämlich richtig kunstvolle Motivtorten backen. Die werden mit Geduld und großer Hingabe zum Detail verziert. Dabei ist es ihr ganz wichtig, alles ohne künstliche Aromen und mit maßvollem Einsatz von Zucker herzustellen.

„Die Torten sehen nicht nur toll aus, die schmecken auch noch richtig gut“, gerät Stefanie ins schwärmen. Und so entstand die Idee: Alles das, was man selber machen kann, für die Gastronomie herzustellen. Eine reine Produktion, mit Verkauf in einem kleinen Laden. Ähnlich wie ein Hofladen, nur in der Stadt“. Dafür haben sich Stefanie und Kristin auf die Suche nach einer geeigneten Räumlichkeit in Bamberg gemacht. Das Lädchen war dann aber purer Zufall. Bei einem Bamberg-Besuch fanden sie im Schaufenster des kleinen Geschäftes an der Nonnenbrücke einen Zettel mit Telefonnummer. Der Laden war zu vermieten. Sofort haben die beiden Nägel mit Köpfen gemacht.


Ein Traum wird wahr

Im Juli 2016 öffnet das Zuckerbrot seine Ladentür. Seitdem hat sich das Lädchen zu einem beliebten Treffpunkt gemausert. Stefanies Gäste halten sich gerne hier auf. „Es war klar, wenn ich guten und hausgemachten Kuchen anbiete, dann auch guten und handwerklich gerösteten Kaffee. Möglichst aus der Region“, sagt sie. Das kommt an. Die Gäste kommen zum Mittagessen und sie kommen zum Kaffeetrinken. Das ist mittlerweile das Hauptgeschäft.

Es ist eine ganz eigene Dynamik und ein ganz buntes Publikum. „Auch Kinder sind gerne im Zuckerbrot. Das bereitet mir unglaublich viel Freude“, sagt Stefanie voller Stolz. „Die essen übrigens sehr gerne Brot, das keinen Kümmel beinhaltet. Und sie freuen sich über eine Brotstange mit Salz mehr als über den größten Schokokuchen“. Das ist total schön!


Eine Quiche
Zuckerbrot – wie witzig…

…wie seid ihr denn auf diesen Namen gekommen?“, will ich wissen. Stefanie schmunzelt: „Der Name hat mehrere Verbindungen. Den größten Bezug hat er aber zu meiner Oma. Die erzählte mir von dem besten, was es gab, als sie klein war – ein Zuckerbrot. Eine Scheibe Brot, Butter drauf und Zucker“… „Ja, ich glaub es nicht“, falle ich Stefanie ins Wort, „das hat unsere Mutter auch für uns Kinder gemacht. Das Nutella-Brot meiner Generation!“ Uiuiui, da schlägt das Herz gleich einen Schlag schneller.

Zuckerbrot Bamberg

(c) Stefanie Pfeiffer

Heutzutage sind weiße Lebensmittel wie Weizen, Butter und Zucker gar nicht gut angesehen“, erzählt die Lebensmitteltechnologin, „dabei ist es überhaupt nicht so, dass uns diese drei Lebensmittel per se krank machen oder schlecht wären. Im Gegenteil. Ich glaube, dass es schwieriger ist, sich ständig mit sogenannten Ersatzprodukten zu ernähren“. Zu Zeiten von Stefanies Oma war es ein großes Glück, wenn es mal eine Scheibe frisches Brot gab oder wenn man sich mal wieder ein Stück Butter leisten konnte. Und vielleicht noch Zucker zur Verfügung hatte. „Deshalb fand ich es angebracht, sie als zentralen Punkt für meinen Laden zu nehmen“, sagt sie konsequent.

Zuckerbrot

(c) Stefanie Pfeiffer

Die Experimentierfreudige

Ein anderes Problem für Stefanie war es ein gutes Brot zu finden, aus einfachen Zutaten. Beim Bäcker im Laden hat alles irgendwie noch einen Mehrwert und Gesundheitsfaktor. Fitness und Vital. Alles ist vermeintlich noch besser. „So habe ich es mir aber nicht vorgestellt.“, erzählt sie. „Mein Steinofenbrot ist aus einem Brotteig, der so simpel gehalten ist, wie es nur geht. Hefe, Mehl, Wasser, und Salz. Und einem eigenen Sauerteig. Mehr ist nicht drin“.

Frisches Brot

Denn erstens kommt es anders, als man zweitens meistens denkt… Momentan muss Stefanie auf ihre Schwägerin verzichten. Kristin ist Mama geworden und befindet sich in der Elternzeit. Da ist es zeitlich für Stefanie einfach praktikabler einen Rührkuchen zu machen, anstatt einer Torte. Gerne probiert die leidenschaftliche Bäckerin auch mal was Neues aus. Kommt es an, bleibt es im Sortiment. So, wie Käse- und Karottenkuchen und die Zimtschnecken. Die gibt es jeden Tag. Das kleine Lädchen wird von seinen Fans auch liebevoll als Zimtschneckenparadies bezeichnet.

Stefanie und Kristin – (c) Andrea Brown

Die Fränkin

Stefanie denkt nicht in den Kategorien Life-Work-Balance. Die vielen Stunden im Geschäft sind für sie nicht nur Arbeitszeit. Für sie ist es ganz viel Leben. Vorher hatte sie das nicht. Das Bedürfnis nach Ausgleich ist daher auch nicht groß. Den Schritt in die Selbstständigkeit hat sie noch nicht bereut. Klar, wäre eine Stelle als Ingenieurin im Maschinenbau viel lukrativer. Doch zum jetzigen Zeitpunkt zieht sie ihr Geschäft vor. Jeden Tag auf’s Neue.

Zuckerbrot Bamberg

Vor ein paar Wochen wurde der Fränkin Stefanie ein „oberfränkisches“ Gesicht bescheinigt. Ups…!? Wie ist das jetzt zu verstehen? Denn die gebürtige Oberpfälzerin, verbrachte den zweiten Teil ihrer Kindheit auf einer kanarischen Insel. Vom Abitur in Potsdam bis hin zum ersten Job in Augsburg war sie dann irgendwie in der ganzen Republik unterwegs. Fakt ist: Für Stefanie waren die Großeltern, die in der Nähe vom oberfränkischen Lichtenfels leben, immer im Zentrum der Welt. „Ich kann mir nicht vorstellen in diesem Dorf zu wohnen. Aber ich empfinde es als Glück, diesen Bezugspunkt zu haben!“.

Zuckerbrot Bamberg

Die Ziele

“Ich habe mich noch nicht komplett festgelegt. Aber was ich gerne möchte ist, dass man weiß, dass es bei mir handgemachte und mit viel Liebe gemachte Lebensmittel gibt. Die es Wert sind gegessen zu werden. Ich möchte nicht nur bei Gebäck bleiben. Doch vieles ist nicht möglich, solange ich noch allein arbeite. Dennoch: Ich möchte keine Grenzen setzen, bei dem was ich produziere. Ich bin für einen nüchterneren Umgang mit Essen und Trinken. Das braucht absolut keinen Kick und keine gesundheitsfördernden Sachen.

Zuckerbrot Bamberg

Jaaa… und da steht sie – meine Zimtschnecke! Mit einem leckeren Cappuccino! In dieser Kombination einfach unwiderstehlich. Tut mir leid, Leute, aber ich hab jetzt echt keine Zeit mehr für euch. Das versteht ihr doch, oder?

Also dann, Adela, bis zum nächsten Mal! 

Zuckerbrot

Kontakt: Zuckerbrot I Inh. Stefanie Pfeiffer I Nonnenbrücke 7 I 96047 Bamberg I Tel.: 0951 51076161 I Mail: info@zucker-brot.de I

Mehr über das süße Lädchen findet ihr hier.

Zuckerbrot Bamberg

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{Ich mache Werbung für die wohl schönste Region Deutschlands – für Franken. Darüber schreibe ich aus Überzeugung. Unbezahlt. Was ich davon habe? Es macht mir riesigen Spaß, die wundervolle Region, in der ich glücklich bin, zu repräsentieren!}