Eine Stadt mit Flair

Ganz im Vertrauen – nie und nimmer wäre ich auf die Idee gekommen der unterfränkischen Stadt Würzburg einen Besuch abzustatten. Das liegt womöglich an der Dauerbaustelle auf der A3. Über diese Autobahn fahren wir nämlich ziemlich oft und staubedingt die meiste Zeit nur im Schritttempo. Das ist so nervig, da haben wir für die Stadt am Main kaum einen Blick übrig. Liebe Würzburger, Asche über mein Haupt. Denn Fakt ist: Ihr habt eine verdammt schöne Stadt!

Auf dem Weg in die Innenstadt

Würzburg – barocke Residenzstadt

Umgeben von Spessart, Rhön und Steigerwald liegt Würzburg im sogenannten Maindreieck im mittleren Maintal. Bekannt ist die Residenzstadt für seine Baudenkmäler im Barock- und Rokokostil. Die klimatischen Verhältnisse und seine Hanglage machen Würzburg zu einem renommierten Weinbaugebiet. Somit ist Würzburg mit seinen vielen Weinstuben, Weinkellern und Weingütern das Herz der Weinregion Franken.

Das alles zu entdecken haben wir uns mit Freunden auf den Weg nach Würzburg gemacht. Bei strahlendem Sonnenschein treffen wir am Hauptbahnhof ein und laufen schnurstracks Richtung ‚Alte Mainbrücke‘. Dort erwartet uns ein ganz besonderes Highlight. Mit einem Glas Wein in der Hand, dem sogenannten ‚Brückenschoppen‘, genießen wir eine herrliche Aussicht. Ein MUSS für alle Würzburg-Besucher. Das muss man einfach erleben.

Die Mainbrücke

Würzburg

Von dem historischen Bauwerk hat man den perfekten Blick auf die Altstadt und auf die Weinhänge des Schlossberges, mit der Festung Marienberg. Eine faszinierende Atmosphäre. Ich kann mich nur schwerlich davon lösen. So schön. Aber das nächste Ziel wartet schon auf uns.

Die Festung Marienberg

Die Festung Marienberg

Wir wandern durch die Weinlage Schlossberg, am Osthang des Marienberges, um auf die Festung zu gelangen. Stetig geht es im Zickzack bergauf. Je weiter wir nach oben kommen, desto schöner wird die Aussicht auf die Altstadt und den Main, der sich wie ein silbernes Band durch die alte Universitätsstadt schlängelt. Ein sensationeller Panoramablick!

Würzburg

Wow! Die Wallfahrtskirche ‚Käppele‘! Der Blick ist einfach grandios. Im dichten Grün der Bäume thront die barocke Kirche auf dem Nikolausberg. So viele Eindrücke, man weiß gar nicht wohin man zuerst schauen soll.

Würzburg

Würzburg

Nach einer knappen Stunde ist es geschafft. Vor uns liegt die Festung Marienberg! Die Sonne scheint unerbittlich und hat uns ganz schön ins Schwitzen gebracht. Im Biergarten der Festung erholen wir uns bei einem kühlen Getränk. Herrlich. Nach der kurzen Rast machen wir uns lachend und plaudernd auf, die stolze Festung zu erobern. Die riesige, gut erhaltene Burganlage, deren Geschichte sich durch sage und schreibe drei Jahrtausende zurückverfolgen lässt ist beeindruckend.

WürzburgWürzburg

Eine Stadt und ihre Baudenkmäler

Der Abstieg in die Stadt ist mühelos. Hier lassen wir uns von ganz besonderen Schönheiten verzaubern. Wir besichtigen das Neumünster mit seiner prachtvollen barocken Fassade, den Kiliansdom, den Oberen Marktplatz mit der Marienkapelle und die Residenz mit Park. Es macht so viel Spaß in die bis ins Jahr 704 n. Chr. zurückreichende Geschichte Würzburgs zu schnuppern. Und ich komme aus dem Staunen kaum raus: So viele gut erhaltene Gebäude aus verschiedensten Stilepochen bekommen wir zu sehen. Unglaublich. Beim nächsten Besuch bleiben wir nicht nur einen Tag. Das steht fest. Ja, Herrschaftszeiten, wie sollen wir es sonst schaffen, alle 700 Baudenkmäler Würzburgs kennenzulernen.

WürzburgWürzburg Würzburg

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Das leibliche Wohl

Wenn ich hungrig bin, dann kann ich einfach nicht mehr klar denken. Ist so. Aber glücklicherweise mangelt es in Würzburg nicht an Einkehrmöglichkeiten. Also alles gut. Direkt nach dem Abstieg von der Festung Marienberg genießen wir ein leckeres Mittagessen im schattigen Biergarten des Wirtshaus zum Lämmle. Nach Besichtigung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten kehren wir zum Abschluss des Tages noch im Weingarten des Bürgerspitals ein. Dort lassen wir uns bei einem Glas Wein eine leckere Brotzeit munden. Mit schmerzenden Füßen und dem Kopf voller wunderbarer Eindrücke fahren wir nach Hause. Gutgelaunt und zufrieden!

Mein Tipp: Solltet ihr zufälligerweise mal auf der A3 unterwegs sein und euch mal wieder entsetzlich über die Verkehrslage ärgern, dann legt doch einfach eine Pause in Würzburg ein. Es lohnt sich.

Also dann, ade und bis bald!