Wirtshauskultur in Franken

Essen ist ein Bedürfnis,
genießen ist eine Kunst

Diesem Gedanken von Francois VI. Duc de La Rochefoucauld, franz. Offizier, Diplomat und Schriftsteller (1613 – 1680) schließe ich mich bedingungslos an. Denn ich esse leidenschaftlich gern und ich liebe es, mich an einen schön gedeckten Tisch zu setzen. In einer stimmungsvollen Atmosphäre ein vorzügliches Essen zu genießen, dazu ein Glas Wein. Das ist meine Lebensart in Franken.

Ob Ober- Unter- oder Mittelfranken. Ganz egal. Jede dieser Regionen ist sehenswert und hat seine ganz besonderen Vorzüge. Für jeden Geschmack ist etwas dabei: Der Charme barocker Altstädte oder malerischer Dörfchen, fränkische Weine, süffiges Bier und kulinarische Genüsse. Mein Lieblingsfranke sagt ja immer: „Franken ist das gelobte Land!“ Und was soll ich sagen, so ist es.  Ich habe mich unsterblich in diesen fantastischen Landstrich verliebt, der so facettenreich ist wie eine Melodie. So spannend wie ein Blues, mit vielen Zwischentönen – mal melancholisch, mal leicht, mal voller Freude.

Wer hätte jemals gedacht, dass sich an gelebter Wirtshauskultur in Franken so schnell mal was ändern könnte? Doch ein winziges Virus hat im Jahr 2020 die ganze Welt auf den Kopf gestellt. Hat das normale Leben in eine Schockstarre versetzt und auch der Gastronomie arg zugesetzt. Jetzt, eineinhalb Jahre später gönnt uns die Pandemie eine Verschnaufpause. Wie lange? Das bleibt ungewiss. Ich wage es ja kaum zu hoffen, doch ich freue mich jetzt schon auf die Zeit, wo es wieder uneingeschränkt – und ohne dass es sich falsch anfühlt – möglich sein wird, die Dinge zu tun, die einem bis dahin so selbstverständlich erschienen. Auch Restaurants und Gasthäuser besuchen.

Was mich an der fränkischen Ess- und Wirtshauskultur so fasziniert könnt ihr in meinem allerersten Blog-Artikel lesen, den ich am 3. März 2016 veröffentlicht habe. Et voilà… hier ist er:

Wirtshauskultur in Franken: Endlich Sonntag

Wirtshauskultur in Franken

Bei uns ist der Sonntag ein ganz besonderer Tag. Da bleibt die Küche kalt. Immer. Der Lieblingsfranke und ich reisen dann kreuz und quer durch die fränkische Region und genießen nach Herzenslust, was die heimische Küche zu bieten hat. Es ist die Vielseitigkeit und die Leidenschaft mit der in Franken gekocht (und logisch – auch gegessen!) wird, die mich so begeistert. Hach, ein Jammer aber auch, dass sich mir diese Kochkünste nicht erschließen wollen. Ich habs probiert. Aber Selberkochen ist halt nicht so meins. Wozu auch? Denn in romantischen Restaurants und urigen Wirtshäusern lässt es sich erstklassig schlemmen. Zumal die fränkische Küche allergrößten Wert auf eine hohe Qualität legt. Die meisten Gasthäuser kochen saisonal und überwiegend mit Produkten aus der Region, viele sogar aus eigenem Anbau bzw. eigener Produktion.

  • Dazu gehört der Frankenwein, der vorwiegend aus Unterfranken kommt.
  • Bier dagegen findet sich in der Region Oberfranken und das sage und schreibe mit der höchsten Brauereidichte der Welt!
  • Köstliche Fischgerichte werden rund um den idyllischen Aischgrund in Mittelfranken serviert.

Traditionelle Gerichte wie z.B. ‘Drei im Weggla’ (für Nichtfranken: 3 Bratwürste im Brötchen), Saure Zipfel, Fränkisches Schäuferla und Wildspezialitäten runden die vortreffliche Vielfalt ab. Ob feine gehobene Küche oder herzhafte Hausmannskost, wir lassen uns immer wieder gerne von der großartigen Wirtshauskultur Frankens überraschen.

Kulinarische Genüsse

Genussregion Franken

Ihr könnt euch nicht vorstellen, was wir uns sonntags immer sputen müssen. Denn der Mittagstisch beginnt bereits um viertelzwölfa (für Nichtfranken: viertelnachelf). Also akkurat nach dem Frühschoppen. Auch das ist typisch für Franken und seine Wirtshauskultur. Wer das nicht weiß wird sich wundern. Denn die Wirtshäuser und Restaurants sind am Sonntagmittag rappelvoll. Da kann es gut sein, dass man auf der Stelle umdrehen muss, weil kein einziges freies Plätzchen mehr zu finden ist. Daher mein Tipp: Am besten montags schon einen Tisch reservieren. Sicher ist sicher. So jedenfalls machen wir es. Also beim Sundoochsbroden (für Nichtfranken: Sonntagsbraten) ist Schluss mit lustig, da versteht selbst der gutmütigste Franke absolut keinen Spaß.

Sonntagsbraten in Franken

Regionale Unterschiede

In vielen Regionen Deutschlands sitzt man ewig lange im Restaurant. Nimmt hin und wieder ein Gäbelchen mit mundgerechten Happen und plaudert ununterbrochen. ‘Waafn’, so nennen es die Franken. Der Franke dagegen hat ruckizucki seinen Teller blankgeputzt – ohne große Worte. Höchstens ein genussvoller ‘Grunzer’ lässt sich ab und an vernehmen, wenn er seine ‘Leibspeis’ und sein ‘Bierla’ genießt. Aber hinterher, da wird munter drauflos erzählt. So wie der Schnabel gewachsen ist. Es ist die pure Lebensfreude. Dann schnell noch gezahlt und nix wie ab nach Hause oder besser noch – ins Café zum ‘Kaffeetrinkenkuchenessen’. Puh, da gerät man ganz schnell unter Stress. Positiver Stress. Und der soll ja gesund sein.

Also ich bin ja rasend schnell zur glühenden Anhängerin der fränkischen Wirtshauskultur geworden. Die Vorfreude auf das bevorstehende sonntägliche Ereignis hat mich sogar zur Frühaufsteherin werden lassen. Da heißt es dann: Nix wie raus aus dem Bett und rein in die feinen Sonntagsklamotten. Schließlich ist der Tisch für halberzwölfa reserviert. Viertelzwölfa wäre vielleicht ein bisschen übertrieben. Finde ich.Genussregion Franken

Wenn ihr jetzt richtig Appetit bekommen habt, dann besucht Franken. Unbedingt. Dann versteht ihr, was mich – immer noch – regelmäßig in Erstaunen versetzt. Was mich inspiriert und was mich antreibt, diesen Blog zu schreiben. Die Wirtshauskultur in Franken ist der absolute Hammer!

Viele Genusstipps und mehr findet ihr auf Genussregion Oberfranken, Romantisches Franken, Fränkisches Weinland!  Viel Spaß beim Stöbern!

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