„Andächtig zog das feine Gespinst seine Kreise durch die nächtliche Natur. Erneut hatte seine Existenz tief im Inneren des Waldes begonnen, hatten sich tausende und abertausende kleinster Wasserperlen zusammengefunden, um ihn Gestalt zu verleihen und die Kraft zu geben, seine Reise anzutreten. Langsam durchfloss es die toten Augen der alten Ruine auf dem Waldstein, leckte liebkosend über die raue Fläche des Teufelstisches…“ so poetisch beschreibt der Autor den Waldsteinnebel.

Der Waldstein. Wer außerhalb des Fichtelgebirges und den treuen Urlaubern dieser Region hat wohl vom „Hausberg“ der Stadt Münchberg schon einmal gehört? Und dennoch ist er eines der schönsten Ausflugsziele. Grandiose Felsformationen und ein originärer Mischwald zaubern zu jeder Jahreszeit eine Stimmung, in der wie selbstverständlich die Sagen und Mythen, die sich um diesen Ort ranken, als bare Münze genommen werden. Und eben rund um dieses Naturparadies und mit den Mythen dieser Region spielt der Regionalkrimi „Waldsteinnebel“, das Erstlingswerk von Adrian Roßner.

Kommt ein Hamburger nach Franken

Ralf Benz fasst sich ein Herz. Er verlässt Hamburg und reist in das ferne Bayern, wo ihn eine Lehrstelle am Gymnasium erwartet. Bereits am Flughafen macht er Bekanntschaft mit gewissen Eigenarten der Süddeutschen und als er auch noch erkennen muss, dass sein Ziel nicht die bajuwarische Hauptstadt München, sondern die Kleinstadt Münchberg, deren prächtigste Zeiten bereits Jahrzehnte zurückliegen, ist, fühlt sich der Großstädter verloren. Bis er in die schönen Augen von Susi blickt. Sie ist ein fränkisches Urgestein aus dem Dorf Zell und eine nie versiegende Quelle an Historischem und Überliefertem und vieler Gschichdla aus ihrer Heimat. Susi ist es auch, die Ralf in einer Notlage ein Quartier im alten Familiengasthof „Das rote Schloss“ gibt.

Der Waldsteinnebel umhüllt Geheimisse

Ralf stöbert durch den verlassenen Ort und findet das Tagebuch einer jungen Frau, die im 19. Jahrhundert an diesem Ort lebte. Die Aufzeichnungen brechen plötzlich ab. In dieser ersten Nacht im alten Gemäuer raubt ihm ein Albtraum den Schlaf. Und wäre das nicht schon schlimm genug gewesen, erscheint ihm ein mystisches Licht. Sein Forschergeist ist geweckt. Ralf versucht mehr über das Leben der Elfriede Schuberth, einer Ur-ur-Ahnin Susis herauszufinden. Zum ersten Mal verstummt Susi und verweigert ihm die Auskunft. In der Lektüre des Theaterstücks „Die Wunderblume“ von Christian Sümmerer, einem Heimatdichter der Region, findet Ralf eine Spur. Sie führt zum Waldstein. 

Die sonst so gesprächigen Zeller sind eine schweigende Wand, man spricht von Schuld, von großer Sünde und wäre da nicht die Kommunikationszentrale im fränkischen Dorf – die Metzgera – wäre Ralf nach kürzester Zeit gescheitert. Den Fluch und Segen einer kleinen Dorfgemeinschaft, wu jeda an jedn kennd, sich ned immer grün ist und doch zammhäld, lernt der Großstädter Ralf bald hautnah kennen. Seine Nachforschungen verstricken ihn immer tiefer in die Wirren eines seit Generationen gehüteten Dorfgeheimnisses und rufen Gegner auf den Plan, die drastische Schritte unternehmen. Ein Mord geschieht…. 

Waldsteinnebel ein Regionalkrimi mit Offenbarung

Langsam, andächtig, vorsichtig schob es sich durch das dichte Unterholz und war auf seinem Weg durch nichts und niemanden aufzuhalten. Einem Fluss reinster Seide gleich ergoss es sich über die Flora des schlafenden Waldes und hinterließ nichts, als einen feinen Schleier kleinster Wassertröpfchen auf den Blättern.“
Der Autor findet vielfältige Worte, um die Schönheit des Fichtelgbirges zu schildern. Er lässt tief in die fränkische Seele blicken und fängt die Eigenart der oftmals als eher schroff verschrieenen Oberfranken so treffend in seinen Zeilen ein: u. A. die leise Wehmut ob vergangener, besserer Zeiten und der augenzwinkernde Blick auf die immerwährende Fehde zwischen Franken und Bayern. Stets jedoch ist die Liebe der Menschen zu ihrer Heimat zu spüren. Adrian Roßner beschreibt „Zell und Münchberg wie es ist, eine unheimlich schöne Region, in der die Menschen die Heimat sind.“ Er sei stolz hier zu wohnen.

Adrian Roßner
Erstauflage, in nicht einmal vier Wochen ausverkauft!

Das Erstlingswerk Waldsteinnebel von Adrian Roßner erschien im August und nicht mal knapp vier Wochen später war die Erstauflage schon vergriffen. Schade und spitze zugleich! Inzwischen ist die Zweitauflage im Buchhandel, wer jedoch ein signiertes Exemplar der Erstauflage sein Eigen nennen möchte, hat hier und heute die Chance. meinFrankenBlues hat für euch noch eines ergattert. Wie ihr gewinnen könnt, erfahrt ihr am Ende des Artikels.

Nun, was soll ich euch sagen – dieser Abend hätte noch mal so lange dauern können oder auch weit darüber hinaus. Es hätte mich und keinen anderen Besucher der Lesung gestört. Es ist einfach spannend, kurzweilig und so faszinierend wie Adrian Roßner historische Fakten verpackt und auf seine unvergleichliche, fränkische Art an den Zuhörer/Leser bringt. Psst! Unter uns: ich wäre nie zuvor auf die Idee gekommen einmal nach Zell zu fahren und diesen Ort zu besichtigen. Die lebhafte Schilderung dieses Dorfes hat mich dahin getrieben und ich stimme zu: die Göttinger der Metzgera ist göttlich.

Über den Autor

Nichts entkam der Zeit; ständig schreitet sie voran und verwandelt das, was heute noch schillernde Zukunft war, schon im nächsten Moment zur sehnsüchtigen Erinnerung.“ Gibt dieses Zitat den Reiz wieder, den alles Historische auf den Autor hat? Ich weiß es nicht, aber ich kann es mir sehr gut vorstellen.

Adrian Roßner, Jahrgang 1991, hat Anglistik und Geschichte in Bayreuth studiert. Schon seit seinem sechzehnten Lebensjahr ist er in der Heimatforschung des Fichtelgebirges aktiv und hat seitdem mehrere Publikationen vorgelegt, die sich mit der regionalen Geschichte ebenso befassen wie mit lokalen Bräuchen und Sagen. Mittlerweile ist er als Referent für Heimat- und Brauchtumspflege beim Fichtelgebirgsverein und als bestellter Kreisarchivpfleger des Landkreises Hof aktiv. Die Ergebnisse seiner Forschungen präsentiert er einem breitem Publikum in Form von Vorträgen und Führungen. Mit „Waldsteinnebel“ legt er nun seinen ersten Roman vor.

https://www.adrianrossner.com/
https://www.waldsteinnebel.de/


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Gewinnspiel
So kannst du gewinnen:
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Das Gewinnspiel läuft ab 19.9.2017 und endet am 21.9.2017, 23.59 Uhr.
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Die Auslosung findet am Freitag, 22. September 2017 statt; es entscheidet das Los.
Der Gewinner wird per E-Mail von mir benachrichtigt; ich verschicke das Buch per Post.
Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Ein herzliches Dankeschön geht an den Verlag Koberger & Kompany, der uns dieses Buch kostenlos zur Verfügung gestellt hat. http://www.kobergers.de/

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