Wanderlust…

Sport ist einfach nicht mein Ding. Ist so. Aber mit meinem Hundemäuschen Tag für Tag über die heimische Gemarkung laufen, das wiederum finde ich großartig. Ich liebe es. Und ich liebe es mit meinem fränkischen Ehemann Wanderungen durch seine Heimat zu unternehmen. Denn als ‚Nichtfränkin‘ will ich ja schließlich wissen, wo es mich hin verschlagen hat, gell. Und ich kenne ja längst noch nicht alles…

Dank Lindas wunderbarem Buchtipp im Lesestübla, habe ich im ‚Wanderbuch Franken‘ viele neue Routen ausfindig gemacht. Und die will ich mit meinem Lieblingsfranken nach und nach erwandern. Wenn du magst, begleite uns doch einfach auf unserer ersten Tour…

Staffelberg

Der Staffelberg

Wir haben uns für die Wanderung Nr. 27 entschieden – ‚Von Vierzehnheiligen zum Staffelberg‘. Das war eine schnelle Entscheidung. Da gab es nix zu überlegen. Den Wallfahrtsort Vierzehnheiligen kennen wir gut. Nicht aber die Route, die von dort über den fränkischen Jakobsweg zum ‚Berg der Franken‘ führt. Die 11 km lange Wanderroute wurde von den Buchautoren Tassilo Wengel und Lisa und Wilfried Bahnmüller mit einem Stern versehen. Dieses Symbol zeichnet den Weg als ‚Highlight‘ aus. Das ist vielversprechend und macht mich neugierig…

Staffelberg

Die Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen

Vierzehnheiligen

Um die Mittagszeit treffen wir auf dem fast menschenleeren Platz an der Basilika Vierzehnheiligen ein. Prachtvoll thront sie mitten im wunderschönen ‚Gottesgarten am Obermain‘. Unter der Woche ist der Ort, an dessen Rand der fränkische Jakobsweg vorbeiführt, ziemlich verwaist. Erst an den Wochenenden strömen die Wallfahrer zahlreich herbei und erbitten in der barocken Wallfahrtskirche den Schutz der vierzehn Nothelfer. 

Staffelberg

‚Goldener Hirsch‘ – einer der Gasthöfe auf Vierzehnheiligen

Nachdem wir uns in der Kirche und auf dem Platz umgeschaut haben, kehren wir im Gasthof ‚Goldener Hirsch‘ ein und gönnen uns ein leckeres Mahl. Das Göschla braucht doch schließlich auch awengla sei Bewegung gell! Und Wandern ohne Einkehr? Also das geht ja schon mal gar nicht. Da lauf ich keinen Meter… Ist so.

Staffelberg

Jawoll, es geht uns gut

Für mich gibt es ein Bärlauchcremesüppchen und ein Zanderfilet in Mandelbutter gebacken; mein Schatz lässt sich ein saftiges Rückensteak in Bärlauchsoße schmecken. Mhmm… sooo lecker!

Staffelberg

Auf dem fränkischen Jakobsweg…

Wunderbar gestärkt brechen wir auf. Wir folgen der Beschilderung in Richtung Staffelberg. Und obwohl es heute morgen noch nach Regen aussah, haben wir jetzt richtig Glück. Die grauen Wolken weichen immer mehr der Sonne. Nicht ein einziges Regentröpfchen fällt vom Himmel. Das macht echt gute Laune! Wenn Engel reisen… oder wie war das noch?

Staffelberg

Der Anfang…

Auf dem ersten Teil des Weges sind wir ganz allein unterwegs. Keine Menschenseele begegnet uns. Die Stille fühlt sich herrlich an. Fröhlich hüpft unser kleines Hundeschätzchen schnüffelnd, mal vor uns und mal hinter uns her. Dem Mäuschen scheint die Einsamkeit des Weges zu gefallen. Genau wie uns. 

Staffelberg

Geröll – Konzentration ist angesagt…

Und nach den unwegsamen Stufen, die uns einiges an Aufmerksamkeit abverlangen, sind wir auf der Ebene angekommen. Nun lassen wir uns von den wunderbaren Eindrücken links und rechts des Weges inspirieren. Jeder hängt seinen eigenen Gedanken nach. Das hat man nicht alle Tage und es tut so gut…

Staffelberg

Auf dem Panoramaweg

Sich selbst ganz nahe kommen…

Wenn man mal eine kleine Auszeit vom Alltag braucht, dann ist dieser Weg geradezu prädestiniert dazu. Er hat etwas Spirituelles. Unbeschreibliches. Das ist bei jedem Schritt zu spüren.

Staffelberg

Vor uns liegt der ‚Alte Staffelberg‘

Die visuellen Eindrücke sind überwältigend und die Ursprünglichkeit der Natur ist atemberaubend. Und ich bekomme eine leise Ahnung davon, wie Menschen fühlen, die auf dem Jakobsweg sind.

Staffelberg

Der Spitzberg

Der Weg ist das Ziel! Noch ehe wir auf dem Staffelberg ankommen, ist der Alltag vergessen. Ich wünschte fast, der Panoramaweg würde nie enden. Zeit und Raum sind nicht mehr wichtig.

Staffelberg

Den Staffelberg mit der Adelgundiskapelle immerzu im Blick, fühle ich mich im Einklang mit der Natur. Ein gutes Gefühl.

Staffelberg

Der Staffelberg – er wirkt von dieser Seite höchstens wie eine kleine Erhebung

Jetzt ist das Ziel in greifbarer Nähe. Durch ein kleines Wäldchen geht es noch ein kurzes Stück steil bergauf. Na, das machen wir doch mit links. So eine Kurve noch… Ja! Geschafft! Wir stehen auf dem Staffelberg! 

Staffelberg

Blick zurück: Links im Bild der ‚Alte Staffelberg‘ – rechts im Bild der ‚Spitzberg

Der Staffelberg

Zu unserer Überraschung präsentiert sich das Hochplateau völlig unspektakulär. Zu sehen ist die Staffelbergklause, die Adelgundiskapelle, Bäume und Wiese. Irgendwie alles ganz normal. Aber wir sind auch noch nicht auf dem höchsten Punkt des Berges angelangt. 

Staffelberg

Die Staffelbergklause und die Adelgundiskapelle

Über einen schmalen Wiesenweg laufen wir zum felsigen Rand der Höhenplattform. Oh nein! Schnell klammere ich mich an die Hand meines Liebsten… Damit habe ich nicht gerechnet. Es geht steil bergab in die Tiefe. Auweia! „Gott sei Dank, der Hund ist an der Leine“, kann ich nur noch flüstern.

Staffelberg

Blick ins Tal auf den sogenannten ‚Gottesacker am Obermain‘

Ich kann gar nicht runter schauen. Mensch, ich hab doch Höhenangst. Also nix wie weg vom Abgrund…

Staffelberg

Am Fuß des Berges: Bad Staffelstein

Ein grandioser Ausblick…

Wow… Hier offenbart sich eine Schönheit, die sprachlos macht. In sicherer Entfernung stehe ich mit offenem Mund da und weiß nicht was ich sagen soll… 

Staffelberg

Ungesicherter Felsvorsprung – es geht senkrecht in die Tiefe

Der Blick auf das weite Tal, mit seinen schmucken Ortschaften und auf das gegenüberliegende Kloster Banz ist atemberaubend. Wolken und Sonne tun ein Übriges. Dazu bläst ein kräftiger Wind. Das ständig wechselnde Schattenspiel – man möchte es festhalten! 

Staffelberg

Kloster Banz

„Noch ein kleines Picknick gefällig bevor wir weiterlaufen?“, frag ich meinen Schatz. „Klar. Immer!“, kommt es spontan zurück. Also dann. Schnell wird auf der Bank ausgebreitet, was der Rucksack hergibt. Was könnte schöner sein? 

Staffelberg

Wir lassen es uns schmecken und halten noch einen Moment inne. Dabei genießen wir die umwerfende Aussicht. Das ist meine Lebensart in Franken.

Staffelberg

Der Abstieg

Talwärts geht’s zurück nach Vierzehnheiligen

Wehmütig kehren wir dem Staffelberg den Rücken. Wir laufen zunächst den Rundweg steil abwärts Richtung Romansthal, bis zum Wanderparkplatz. Dort müssen wir ein kurzes Stück an der Straße entlanglaufen. Dann biegen wir auf den gekennzeichneten Waldweg ein, der uns zurück nach Vierzehnheiligen führt. So, jetzt können wir uns wieder herrlich entspannen. Denn es geht nur noch über Feldwege. Vorbei an Hecken, Wiesen und durch ein kleines Waldstück. 

Staffelberg

Nicht zu sehen: Links liegt das Maintal

Uiuiuiui… langsam fangen meine Füße an zu schmerzen. Das hat mir gerade noch gefehlt. Wie weit ist es denn noch? Also unser kleines Hundemäuschen läuft tapfer mit ohne auch nur ein einziges Mal zu protestieren…

Staffelberg

Bald ist es geschafft

Und dann – endlich! Wir können sie sehen: die Turmspitzen von Vierzehnheiligen. Juchuu! Meine kurzzeitige Motivationsflaute und die schmerzenden Füße sind vergessen. Schnellen Schrittes geht’s weiter. Du glaubst ja nicht, wie flink ich werde. 

Fast am Ende der Wanderung

Über die Querverbindung bei Wolfsdorf bis zu den Treppenstufen, die uns zurück zur Basilika führen, ist es nicht mehr weit. Und die paar Stufen, ach, das ist doch pillepalle! Aber denkste! Tja, ohne Schweiß keinen Preis. Wer hat sich das bloß ausgedacht? 

Staffelberg

Die Stefferla (Stufen)…

Anfangs sind die Stufen nicht der Rede wert. Aber dann wird es immer steiler und die Stufen gefühlt unüberwindbar. Mein Schatz hat sie gezählt: 108! Aber aufgeben? Nö, niemals. Naja, eine andere Wahl habe ich auch kaum. Also ablenken… 

Staffelberg

Bärlauch – wohin das Auge blickt

Links und rechts der Treppe wächst massenhaft Bärlauch. Unglaublich! Richtige Teppiche sind das… Zähne zusammenbeißen. 

Staffelberg

Super, die kleine Mariengrotte! Jetzt ist ein Ende bald in Sicht. Nur noch ein klein wenig durchhalten. Ah… ich kann den Ausstieg sehen. Jaaaa…! Am Ziel! Vierzehnheiligen! Mein Herz macht einen Hüpfer. Ich bin so glücklich! Und mein Schatz und das ewig muntere Hündchen ebenfalls.

Staffelberg

Der krönende Abschluss im ‚Goldener Stern‘

Eine süße Belohnung

Das haben wir uns verdient, oder? Beim Schlemmen plaudern wir über unsere Wegerfahrung. Fest steht: Diese Tour machen wir jederzeit wieder. Ich kann nur sagen: Pack deinen Rucksack, zieh die Wanderschuhe an und mach dich auf! Die Staffelberg-Tour ist ein Traum und wartet auf dich. Und dann lass dich vom Weg überraschen! 

Staffelberg

Auf dem Heimweg

Dankeschön!

Vielen Dank an die Autoren von ‚Das Wanderbuch Franken‘. Die erste Wanderung, die wir gemacht haben, war großartig. Ihr habt uns sicher auf den Weg und wunderbar ans Ziel geführt. Nicht ein einziges Mal kamen wir den ganzen langen Weg in die Verlegenheit, nicht zu wissen, wie es weitergeht. Super!

Ein herzliches Dankeschön geht auch an den J.Berg-Verlag, der uns dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat. http://www.bruckmann.de 

Mehr Information über die Wanderregion erhältst du über diesen Link: http://www.bad-staffelstein.de/de/tourismus/freizeit/wandern/wandern.php 

https://meinfrankenblues.de/wanderbuch-franken/