Habt ihr schon mal was von Wolfgang… hach, wie war noch mal der Nachname… ähm, ja, – Buck – gehört?“
„Na klar, haben wir schon von Wolfgang Buck gehört!“, kommt es unisono von Nichte und Neffe auf einer Familienfeier zurück. 
Okay. Also ich wusste bis vor ein paar Tagen nicht, wer das ist“, zucke ich mit den Schultern.
„Ach, das gibt’s doch nicht“, schauen mich beide völlig verdattert an, so als wär ich nicht von dieser Welt. „Jeder Franke kennt den Buck!“
Ups. Fettnäpfchen. Aber nur ein klitzekleines, denn, tadaaa… ich kenne ihn ja nun auch.

Des Gwärch & Des Meer“

Vom sinnlosen Getriebensein und Gehetztwerden singt Wolfgang Buck auf seiner neuen CD. Von der (Tret-) Mühle in die man hineingedrückt wird, vom alltäglichen Wahnsinn (Des Gwärch). Und vom Gegenbild – dem Sehnsuchtsort, der Freiheit (Des Meer). Das Meer im Wirrwarr des Alltags finden und nicht wieder trennen – ein toller Gedanke! Diese Sehnsucht weckt er mit seinen neuen Songs. Das wünsche ich mir auch.

Wolfgang Buck
Ich sitze auf dem Balkon und genieße den Abend bei einem Glas Wein. Dabei lausche ich der sanften Stimme auf der CD, die in fränkischer Mundart „Alles hinderlässd Schburn“ schnurrt. Der fränkische Songkünstler erzählt darin unaufgeregt von den Spuren, die wir im digitalen Zeitalter nicht nur im World Wide Web hinterlassen und die uns zu gläsernen Menschen machen.

Die Texte, klar und treffend. Sie erzählen von Menschenhassern, Antisemitismus, Fremdenhass, Ausgrenzung, Sehnsüchten und vom Leben im Allgemeinen. Wolfgang Buck trifft es auf den Punkt. Nuanciert und in ruhiger Tonlage. Keine leichte Kost. Ich denke nach. Lange. Ich beginne zu frösteln, spät ist es geworden auf meinem Balkon und kühl.

Wer ist der Mann, der scharfsinnig über den Tellerrand schaut und der das, was er sieht als musikalische Botschaft verpackt? Ach, ich klopfe einfach mal bei ihm an? Vielleicht hat er ja Zeit für mich…

Wolfgang Buck Momentaufnahme

Wolfgang Buck

Dreitagebart. In sich ruhender Mann. Eins mit sich selbst. Das sind meine Gedanken, als wir uns an seiner Haustür gegenüberstehen. Evangelischer Pfarrer und Songkünstler mit Gitarre… Was für eine Kombination. Wie geht das zusammen? „Der Wunsch Musik zu machen und der Wunsch Pfarrer zu werden ist bei mir gleichzeitig in der Jugend entstanden“, erzählt er. „Und so ist beides auch zusammengewachsen. Wenn Pfarrerskollegen bei mir anfragten, kommst du mal zu uns ins Gemeindehaus und spielst, dann habe ich das getan“. Diese Anfragen wurden dann immer mehr.

Jahrelang konnte Wolfgang Buck beides kräftemäßig gut vereinbaren. Doch dann wurde es zu viel. Nach 14 Jahren im Pfarrerberuf hat er sich beurlauben lassen. Und das hat er bis heute nicht bereut. „Ich bin jedoch nicht in dem kirchlichen Singer-Songwriter-Millieu, sondern im säkkularen Bereich. Ich spiele in Theatern, Kneipen und auf Festivals. Die Kirche unterstützt das immer. Und das finde ich gut“.

Songkünstler Wolfgang Buck

Würden Sie sich denn wieder für den gleichen Weg entscheiden?“, will ich wissen. „Ja, ich würde auf jeden Fall wieder Pfarrer werden“, sagt Wolfgang Buck voller Überzeugung. „Es war für mich komplett der richtige Beruf. Eine Beziehung zu Gott zu haben, also auch das Beten, das sind für mich ganz elementare Dinge. Gott spielt in meinem Leben eine Rolle und ich habe eine Bindung zu ihm. Das ist eine sehr wichtige Bindung – Gott ist für mich ein Gegenüber, ein DU. Und so ein Du zu haben, das immer da ist, dieses Grundgefühl wurde in meiner Familie schon immer gelebt. Und die Leute, die meine Musik hören, spüren das“.

Musik ist eine Sprache die man lernen muss

Mein Instrument ist die Gitarre. Und meine Urliebe zur Musik kommt übers Singen. Das hat bei mir schon in der Kindheit begonnen“, erinnert sich Wolfgang Buck. Seine Mutter hat sehr viel mit ihm zusammen gesungen und abends gab es von der Oma noch ein Schlaflied. Auch die Single-Sammlung seiner Eltern – von Caterina Valente bis hin zu den Rock’n Rollern – hat dazu beigetragen, dass Musik seine Leidenschaft wurde. Es waren die ersten Hörerlebnisse des heutigen Liedermachers und Kabarettisten.

Wolfgang Buck

Er findet klare Worte in der Sprache, mit der er sich am besten ausdrücken kann: Fränkisch. Aber warum ausgerechnet Mundartsongs?“, will ich wissen. „Na ja, als junger Mann hatte ich mal versucht, hochdeutsche Texte zu schreiben“, lächelt er. Aber das hatte nie die Authentizität wie das Fränkische, nie diese Seele. Das war ich nicht. Fränkisch lässt sich zudem wunderbar singen. Es lässt sich dehnen, es lässt sich zusammenziehen, es lassen sich Silben verschlucken. Fränkisch hat den Blues“, schwärmt der fränkische Sprachbeobachter.

Tiefgründig und ironisch

Ich würde auch nix singen, wo ich sag, da muss ich mir den Mund, die Seele oder das Gehirn verbiegen“. Wolfgang Buck möchte mit seinem Programm die Leute erreichen, die bereit sind mitzudenken, zuzuhören und die gefühlsmäßig offen sind, seine Anspielungen zu verstehen. „Bei meinem Song „Flüchtlingskinder“, da muss man zugestehen, dass wir in Franken absolut kein homogenes Volk sind. Wir sind ein Flickerlteppich und das schon über die Jahrhunderte. Das muss man bereit sein zu akzeptieren“.

Wolfgang Buck

Seine Songs sind ein Appell gegen das Schubladendenken. Sein ganzes Selbst steckt in den Songs. Dabei vergisst es der Künstler Wolfgang Buck nicht, sich immer wieder selbst zu hinterfragen. „Der Sänger am Klavier“ ist so ein Lied, das ich mir selber vorsingen würde, wenn es in meinem Programm zu „besserwisserisch“ wird“, sagt er. „Und is annziche wos do hilfd is der Zweifl. Nicht abheben. Es ist der Zweifel, der uns weiterbringt. Nicht die Gewissheit!“

Doch es gibt nicht nur schwierige, kritische Töne. Der „Leutebeobachter“ Wolfgang Buck vergisst nicht, von den kleinen, alltäglichen Begebenheiten zu erzählen. Er ist auch ein humorvoller Entertainer. In seinen Konzerten – aktuell mit BUCK 3 – bringt der „fränkische Klischee-auf-die-Schippenehmer“ mit kabrettistischen Einlagen sein Publikum herzhaft zum Lachen. Und das schon seit über 30 Jahren. Neu ist die musikalische Veränderung von der „Wolfgang Buck Band“ auf „BUCK 3“. Das ist deutlich zu spüren. „Es sind wesentlich weniger Instrumente am Start. Die Songs sind dadurch klarer und durchsichtiger gewebt – es ist pur“, beschreibt der Liedermacher den neuen Sound.

Wolfgang Buck Momentaufnahme

Nicht nur Zuckerschlecken

Aufgrund seiner Beurlaubung hat der Pfarrer Wolfgang Buck jederzeit die Möglichkeit in seinen Beruf zurückzukehren. „Existenzängste gibt es dennoch immer wieder mal“, bekennt er ganz offen. „Wenn mehrere Wochen kein Veranstalter anruft um mich zu buchen oder die CD sich schlecht verkauft oder bei Krankheit… Aus so einer Krise heraus hatte ich vor acht Jahren das Burnout-Syndrom. Ich war so schwer erkältet, dass ich monatelang Konzerte absagen musste. Das war eine Spirale nach unten. Es hat mich dermaßen zerbröselt, dass es ein Jahr gedauert hat, diese Depression zu überwinden. Bis es mir wieder so gegangen ist, wie vorher.“

Eine Hommage an Franken

„Also aus beruflichen Gründen könnte ich nicht woanders leben. Franken ist mein Gebiet, wo ich mit meiner Musik unterwegs bin. Aber generell woanders zu leben, das könnte ich mir schon vorstellen“, sagt der gebürtige Fürther. „Andererseits merke ich aber auch, dass ich sehr verwurzelt bin und emotional sehr an der Region hänge“.

„Ich fahre jedes Jahr drei Wochen nach Irland. Dort bin ich mit meiner Frau auf dem Shannon mit einem Hausboot unterwegs. Und wenn ich dann nach Hause komm und seh diese wunderbaren Hügel und seh wie die Leute reden und wie das Bier schmeckt und das Essen und der Wein; das ist für mich ein Gesamtkunstwerk, das ist meine Heimat“, sagt der Hobbykoch und Genießer. Ich bin immer wieder begeistert, was es für schöne Ecken in Franken gibt“.

Wolfgang Buck

Der Franke Wolfgang Buck über die Franken

„Die Franken sind welche, wo, wenn einer zu arg den Kopf oben raus steckt, ihn lieber einen Kopf kürzer machen. Weil sie finden, der soll ruhig am Boden bleiben. Und sie achten sehr darauf, dass der neben ihnen auch schön auf dem Boden bleibt. Sie gönnen ihm nicht, dass er zu Höhenflügen ansetzt“. Nee, ne… lieber Herr Buck, is jetzt nicht wahr, oder? „Doch, find ich schon. Das hat so eine Art Galgenhumoraspekt. Die besten Witze macht man über sich selber“. Okaaay…

Wolfgang Buck
Wohin die Reise geht

Wenn ich etwas ändern könnte in unserem Land, wäre das momentan, dass in den Köpfen der Leute mehr Offenheit und freiheitliches Denken da ist. Ich träume davon, dass die Leut einfach mehr Mitgefühl hätten. Jeder bereit wäre, sich ein bissl in den anderen reinzudenken, nicht bloß immer in seinen eigenen Schuhen zu stehen. Ich denke, dann würden viele Urteile über andere ziemlich schnell relativ werden“, sagt Wolfgang Buck

„Ich bin dankbar für meine Frau, meine Kinder und Enkelkinder. Die Dankbarkeit, die ich zeigen kann, überwiegt bei weitem alles andere, worüber ich jammern könnte. Und ich bin froh, wenn es so weitergeht wie es läuft. Als weider…!“

Wolfgang Buck

„Di Sunna Douder Goud“

Uiuiui… dachte ich, als ich das Lied hörte. Da steckt ganz schön viel Perspektivlosigkeit drin. Doch im Gespräch mit Wolfgang Buck, kam ich schnell zu einer ganz anderen Einsicht: „Hogg di noo – hat etwas Beruhigendes. Im Gras liegen, über sich einen Flieger brummen hören und dann einzuschlafen. Das  ist etwas Wohliges, Wunderschönes. Bei diesem Lied empfinde ich den Blues.“ So beschreibt es der Interpret.

Ich habe meinen ersten Eindruck revidiert. Höre ich den Song jetzt, dann durchströmt mich die Wärme der Sonne. Ich rieche das Gras, in dem ich liege und ich spüre den Grashalm, der meine Wange kitzelt. Sehe den Schmetterling, der im Sonnenschein von Blume zu Blume flattert; schaue blinzelnd zu der Wolke rauf, die sich einsam am blauen Himmel vorwärts schiebt. Dann schließe ich die Augen und vergesse den Alltag; ich beginne zu träumen…

Wolfgang Buck

„Di Sunna Douder Goud“
(Musik: Wolfgang Buck, Text: Fitzgerald Kusz)

di sunnda douder goud
hoggdi noo
und denk ned droo
dässd a ganze wochn lang achd schdund am dooch
fier nix und widder nix
diech bloung moussd

hoggdi noo
di sunna douder goud
morng sixders suwisu nimmer

Danke, lieber Wolfgang Buck, danke lieber Fitzgerald Kusz, für dieses so besondere Lied! Ich habe mein Meer im Gwärch gefunden! Und wir beide, lieber Wolfgang Buck, sehen uns demnächst im Konzert. Ich freu mich drauf!

Wolfgang Buck

Konzerttermine und Tickets: https://www.reservix.de/tickets-wolfgang-buck/t6474

Mehr über Wolfgang Buck:http://www.wolfgang-buck.de/

Tadaaaa! Der Zufall hat entschieden: Herzlichen Glückwunsch Marco Keiling!

Ich wünsche dir und deiner „Oldn“ schon jetzt viel Vergnügen im Konzert mit dem Liedermacher Wolfgang Buck.

Vielen Dank an alle, die an der Verlosung teilgenommen haben. Bitte nicht traurig sein, beim nächsten Mal klappt es ganz bestimmt. Ich freue mich schon drauf.

***Die Verlosung ist beendet***

Du kannst 2 Konzertkarten für das Konzert Des Gwärch & Des Meer“ am 09. November 2018 in Bamberg gewinnen und dir selber einen Eindruck von den wundervollen Songs und dem dialektischen Songkünstler Wolfgang Buck verschaffen.

So funktioniert es:

  • Hinterlasse in den Kommentaren unter dem Blogbeitrag, wer dich in das Konzert begleiten darf.
  • Das Gewinnspiel läuft ab Donnerstag, 19.07.2018 und endet am Samstag, 21.07.2018 um 23.59 Uhr.
  • 2 Konzertkarten für das Konzert „Des Gwärch & Des Meer“ in Bamberg gibt es einmal zu gewinnen.
  • Die Auslosung findet am Montag, 23.07.2018 statt; es entscheidet das Los.
  • Der/die Gewinner/in wird per E-Mail benachrichtigt.

Bitte beachten: Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!
Die persönlichen Daten werden ausschließlich für das Gewinnspiel verwendet (Benachrichtigung Gewinner) und anschließend gelöscht. Kein Werbeversand oder Abonnement eines Newsletters.

Ein herzliches Dankeschön geht an Wolfgang Buck, der die Konzertkarten kostenlos zur Verfügung stellt!

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{Ich mache Werbung! Und das macht mir großen Spaß. Weil ich für die wohl schönste Region Deutschlands werbe – für Franken.

Fränkische Biergärten, Keller und seine urigen Wirtshäuser haben es mir angetan. Und die Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen. Sie erzählen, wie sie es schafften ihren Traum von der Selbstständigkeit zu verwirklichen. Und nicht zu vergessen, die fränkische Literatur. Querbeet durch alle Genres.

Darüber schreibe ich aus Überzeugung. Unbezahlt. Was ich davon habe? Es macht mir riesigen Spaß, die wundervolle Region, in der ich glücklich bin, zu repräsentieren!}