Große Premiere!

Ich liebe die fränkische Hausmannskost. Dabei ist es wurschd, ob Braten, Karpfen oder eine tolle Brotzeit. Deftig und lecker – so schmeckt es mir am besten. Zu meinen absoluten Lieblingen zählt neuerdings auch das fränkische Nationalgericht: „Schäuferla mit Kloß und Soß“.  

Noch vor einigen Wochen hätte ich herzlich darüber gelacht, wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich die leckeren Fleischstücke mit der röschen Kruste selber machen würde. „I-C-H? Nie und nimmer!!!“, wäre meine Antwort darauf gewesen. Doch das superleckere Rezept von der Braumeisterin Irene Brehmer-Stockum („Fränkische Weiberwirtschaften“), hat mich sowas von angelacht, dass ich es einfach ausprobieren musste. 

Schäuferla

Irene Brehmer-Stockum betreibt den Brauereigasthof Lindenbräu in Gräfenberg.

Schon Tage vorher war ich aufgeregt wie sonst was. Regelrecht fix und fertig war ich bei dem Gedanken, dass mein Vorhaben schiefgehen könnte. Wo ich doch so eine miserable Köchin bin. Aber Pustekuchen! Die Schäuferla sind mir richtig gut gelungen: Die Kruste kross, das Fleisch uuunglaublich zart und der Geschmack einfach sensationell. Da muss ich mich mal selber loben. Man muss nicht immer gleich den Teufel an die Wand malen, gell. Alles gut. Es geht doch.

Naja, und Schäuferla, die gibt es bei uns jetzt öfter. Definitiv. Sehr zur Freude meines Lieblingsfranken. Und das Rezept will ich euch auf keinen Fall vorenthalten. Ich zeige euch Schritt für Schritt, wie es geht. Keine Angst, es ist kein Hexenwerk. Seid ihr dabei? Na, dann mal ran an den Braten!

Schäuferla

Foto aus „Fränkische Weiberwirtschaften“

Schäuferla mit Kloß und Vollbiersauce

(Rezept aus „Fränkische Weiberwirtschaften, Seite 143)

2 Zwiebel
Suppengrün (Karotte, Knollensellerie und Lauch)
30 g Butterschmalz
3 Nelken
4 Lorbeerblätter
etwas Kümmelsamen
p.P. Ein mittelgroßes Schäuferla
Salz
Pfeffer schwarz
250 ml Vollbier dunkel
3-4 Eßl. Soßenbinder

Knödelteig

Los geht’s

Ich habe mich nicht exakt an das Rezept gehalten. Die Schäuferla habe ich nämlich schon am Abend vorher mit Salz, Pfeffer und etwas gemahlenem Kümmel gewürzt. Dann mit Zwiebelscheiben bedeckt über Nacht ziehen lassen. Den Tipp hat mir eine liebe Bekannte gegeben, deren professionellen Rat ich sehr schätze.

Schäuferla mit Kloß und Soß

Backofen auf 180-200 vorheizen.

Die Zwiebel schälen und dann mit dem geputzten und gewaschenen Suppengrün in walnussgroße Stücke schneiden.

Schäuferla

Dann Butterschmalz im Bräter zerlassen. Das Gemüse, Nelken Lorbeerblätter und Kümmelsamen hinzufügen.

Schäuferla

Die Schäuferla auf das Gemüse setzen. (mit der Schwarte nach unten – Tipp von meiner lieben Bekannten). Den Bräter in den Ofen geben. Nach etwa einer halben Stunde die Schäuferla umdrehen und die nun weiche Schwarte einschneiden. Dann mit 1 l Wasser aufgießen und das Fleisch weitere 2 Stunden garen. Ab und zu prüfen, ob genügend Wasser im Bräter ist. Bei Bedarf Wasser nachgießen.

Schäuferla mit Kloß und Soß

In der Zwischenzeit die Knödel formen und dabei in die Mitte einige geröstete Weißbrotwürfel geben. Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die Knödel 20 Minuten sieden lassen.

Schäuferla mit Kloß und Soß

Sobald die Schäuferla gar sind, aus dem Bräter nehmen. Die Backofenhitze auf 100° reduzieren. Die Schäuferla auf einen Teller legen und im Ofen warm halten.

Die Soße aus dem Bräter durch ein Sieb in einen Topf passieren, das Bier hinzufügen, nochmals aufkochen lassen und mit etwas Soßenbinder binden.

Schäuferla

Die Schäuferla mit Kloß und Soß servieren. Bei mir gab es noch Sauerkraut dazu. Das war soooo unfassbar lecker, dass ich Schäuferla direkt zu meinem Lieblingsessen erkoren habe. Mhmm…

Wenn ihr mehr über die „Fränkischen Weiberwirtschaften“ erfahren wollt, über diesen Link geht es  zum Blog-Artikel: https://meinfrankenblues.de/essen-und-geniessen-in-franken/

Das Buch „Fränkische Weiberwirtschaften“ erhaltet ihr über diesen Link: https://haedecke-shop.de/products/fraenkische-weiberwirtschaften