Löwenzahnsalat – Eine außergewöhnliche Spezialität

Die Auflösung meines Rätsels: Im Hunsrück sagt man zum Löwenzahn: ‚Eiapedsch‘. Warum? Vielleicht weil die Blüte aussieht wie ein Eidotter? Ich habe nicht die geringste Ahnung und keiner konnte es mir genau erklären. Und „Gehsde med ma Eiapedsch stesche“ heißt wörtlich übersetzt: Gehst du mit mir Löwenzahn stechen. Eigentlich sollte die Oma ja den Löwenzahnsalat machen. Jetzt ratet mal! Genau – die zickt rum. „Wenn du das Rezept versprochen hast, kannst du es auch selber zubereiten!“, tut sie ganz beleidigt. Whooa… ehrlich, ich weiß nicht, was die schon wieder hat. Oh Mann! Und das, wo ich doch so untalentiert bin.

Aber, versprochen ist versprochen!

Und wo ist meine Siebngscheida? Die könnte mir wenigstens ein bisschen helfen, oder? Aber nein! Die Klugscheißerin sitzt mit einem Buch vor der Nase mitten im Löwenzahn und rührt sich keinen Millimeter.

Die Siebngscheida im Löwenzahn...

Die Siebngscheida im Löwenzahn…

Ach, aber Ende gut alles gut. Wie ihr seht, hat es auch ohne Hilfe geklappt. Na gut, ich geb’s zu, nicht ohne Blessuren. Weil, wenn ich am Herd was mache – ich meine kochen oder so, trage ich meistens übelste Verbrennungen davon. Beim Speckwürfelchen anbraten habe ich mich an der Pfanne verbrannt. Mist. Tut das weh. Aber eins sag ich euch: Der Löwenzahnsalat ist saulecker geworden. Mein Liebster und ich werden ihn jetzt ganz genüsslich verspeisen. Und die Oma und die Siebngscheida? Mir doch egal! 

Lecker! Löwenzahnsalat...

Lecker! Löwenzahnsalat…

Wer es noch nicht weiß – Löwenzahn ist eine Heilpflanze und sehr gesund.

Löwenzahnsalat 

ca. 250 g Löwenzahn, nur junge, zarte Blätter
50 g Speck, gewürfelt
etwas Butterschmalz
3 Eier hart gekocht
2 Scheiben Weißbrot oder 1 Brötchen klein gewürfelt
3 Esslöffel Essig
3 Esslöffel Walnussöl oder  – 1 Essl. Walnussöl und 3 Essl. Sahne
1 kleine Zwiebel, fein gewürfelt
1 Knoblauchzehe, klitzeklein gewürfelt
Pfeffer
Salz
etwas Zucker
1 Teel. Senf, scharf

Die Löwenzahnblätter mehrmals waschen. Gut abtropfen lassen, die Blätter je nach Größe 1 x oder 2 x durchschneiden.

Die Eier hart kochen und abkühlen lassen.

Die Speckwürfel in Butterschmalz knusprig anbraten und auf einem Teller abkühlen lassen. Im Speckfett das klein gewürfelte Weißbrot bei mittlerer Hitze knusprig und goldgelb braten, evtl. noch etwas Butter in die Pfanne geben. Danach auf einem mit Küchenkrepp belegten Teller abkühlen lassen.

Für die Sauce: Essig, Senf, Salz und etwas Zucker gründlich verrühren. Das Walnussöl (bzw. Sahne) langsam untermischen. Zwiebel und Knoblauch dazugeben. Die Sauce mit Pfeffer abschmecken. Dann den Löwenzahn in die Sauce geben und gut vermischen.

Zum Schluss die Speckwürfel und Weißbrotwürfelchen über den Salat verteilen.

Die Eier vierteln und den Salat damit garnieren. Du kannst es auch wie meine Mama machen: Sie verrührt das Eidotter mit dem Dressing und schneidet das Eiweiß in Würfelchen. Die werden dann mit dem Salat vermengt. Egal wie – beide Varianten schmecken sehr lecker!

Dazu passen hervorragend Bratkartoffeln.

Guten Appetit!