Das Freilandmuseum Grassemann

Alle zwei Jahre findet dort der Fichtelgebirgs-Kräutertag statt. Ein Muss natürlich für eine Pflanzenliebhaberin wie mich. Also bin ich am Sonntag ins Fichtelgebirge gefahren. Für alle, deren Navis „Grassemann“ auch nicht finden: Aus Richtung Bayreuth nach Bad Berneck fahren. Von dort über die 303 Richtung Bischofsgrün und kurz vor der Ortschaft rechts nach Warmensteinach abbiegen. Auf der Bergkuppe ist der Parkplatz dann ausgeschildert. Und dort solltet ihr wirklich einmal vorbeischauen.

Im Zentrum dieses Kräutertages stehen vor allem Wildkräuter. Das Wissen über sie und die Art ihrer Verwendung haben sich viele Kräuterspezialisten im Fichtelgebirge auf die Fahne geschrieben. Herzstück des Museumsgeländes ist ein einstöckiges Holzhaus aus dem Jahr 1698. Es zeigt die vorherrschende Form eines Bauernhofes des Fichtelgebirges im 19. Jahrhundert.

Kräutertag mit den Frauen aus Nagel am See

Das Team aus dem Kräuterdorf Nagel hat dieses Jahr die Federführung des Kräutertages und es macht ihn zu einem Erlebnistag für die ganze Familie. Eine Strohballenpyramide, Korbflechten, Holzbauklötze und eine Märchenerzählerin sorgen dafür, dass auch die Kinder ihren Spaß haben. Selbst gebackene Kuchen und selbstverständlich Küchla zur Kaffeepause. Wenn denn nach allerlei Wildkräuter-Schmankerln noch ein Plätzchen im Bauch zu finden ist. Ich sag euch: der Wildkräuter-Gerupfte und die Bärlauchbratwurst. Sooooooo was von lecker.

Wer noch etwas für zu Hause haben möchte, für den gibt es ein kreatives Angebot an Gelees, Likören, Kräutersalzen… Für die Schönheit sorgen handgesiedene Seifen, Badesalze und Salben mit der Kraft der Wildkräuter. Und ich staune, wie vielfältig das Kunsthandwerk rund um die Wildpflanzen ist. Wer sich mit dem Wildkräutervirus infiziert hat – und den wird man nicht so schnell wieder los – bekommt die Wildkräuterstauden für das eigene Beet zu kaufen.

Wildkräuterwanderungen

Für Interessierte bieten Kräuterpädagoginnen kostenlose Führungen über die angrenzenden Wiesen an und lehren Euch die zarten Pflänzchen zu benennen und sie für Küche und Hausapotheke zu erkennen. Ehrlich, ich war kaum von der Wiese weg zubekommen. Von Schritt zu Schritt ein neues Kraut. Und – yippieh, da ist er. Der Bärwurz. Jetzt im Mai ist seine Zeit. Die zarten, duftigen Blättchen werden von einer weißen Doldenblüte gekrönt. Er liebt die mageren, moorigen Böden in Höhenlagen. Ist also leider nicht in meinen heimischen Wiesen zu finden. Sofort habe ich ihn im Foto für Euch und mein Herbarium festgehalten.

Brot aus dem Lehmbackofen

Obwohl ich schon pappensatt war, musste ich dennoch Eines probieren. Das Vinschgauer aus dem Lehmbackofen. Noch warm. Mit Schmalz. Einfach. Und so gut! Schon allein der Duft des frisch gebackenen Sauerteigbrotes – ein Gedicht. Für euch will ich dem Geheimnis dieses Backofens auf den Grund gehen. Die Form gibt ein Geflecht aus Weidenzweigen vor. Darauf wird in Schichten der Lehm aufgebracht, der mit Stroh vermengt wird. Anders als die gemauerten Backöfen muss der Lehmbackofen vor Nässe geschützt werden. Mindestens drei Stunden muss mit Reisig und Holz angefeuert werden. Erst dann ist die Hitze ausreichend zum Backen. Die Vinschgauer werden mit einem Brotschieber eingeschossen und sind nach 20 Minuten knusprig und lecker.

Kräutertag

Immer wieder toll, zu jeder Jahreszeit

Sooft ich bereits beim Grassemann gewesen bin, sei es zum Ostereiermarkt oder im Winter beim Schneelabyrinth. Ich bin jedes Mal wieder vom Freilandmuseum begeistert. Eine vielfältiges Veranstaltungsprogramm macht das Museum so abwechslungsreich. Wer sich genauer informieren möchte, hier ein paar links für Euch.

http://www.essbares-fichtelgebirge.de

http://www.warmensteinach.de/freilandmuseum_grassemann.html

http://www.naturpark-fichtelgebirge.org

http://www.kraeuterdorf-nagel.de