Zuhause

Angekommensein. Kennt ihr das Gefühl, tief im Herzen zu wissen, hier gehöre ich hin? Dieses Gefühl habe ich, seit ich vor Jahren einem wundervollen Franken in Mainz begegnet bin. Heute ist er mein Ehemann. Und wäre ich ihm nicht begegnet, dann hätte ich Gerach, den herrlichen Flecken, der nun mein Zuhause geworden ist, vermutlich niemals kennengelernt.

Blick auf mein Dorf

Jeden Morgen, wenn ich mit meinem Hundemäuschen durch die einzigartige Landschaft stromere, freue ich mich, dass es mich genau hierher verschlagen hat. Ich genieße jeden Tag. Egal ob Sommer oder Winter – einen schöneren Ort zum Leben kann ich mir einfach nicht vorstellen.

Das Hündchen hat es eilig

Eigentlich weiß ich gar nicht, was ich euch zuerst zeigen soll, denn einfach alles hier ist sehenswert. Jeder Weg rund um’s Dorf hat seine Besonderheiten. Ach, wisst ihr was, am besten, ihr begleitet mich heute mal auf meinem Spaziergang. Ja, ja, ich weiß, es ist noch ziemlich früh. Aber darauf kann ich jetzt ehrlich gesagt keine Rücksicht nehmen. Ihr seht es ja, dem Hündla brässierds… 

Morgenimpression
Auf geht’s

Unser Rundlauf führt uns an einem kleinen Wäldchen vorbei, der am Rand des Obstberges (da wohnen wir) und der Ortenleite (Neubaugebiet) beginnt. Ach, guck mal, da drüben, Luke und Fanny unsere Dorfpferde, sind auch schon munter.

Gerach: mein Dorf!

Ist das nicht ein toller Ausblick auf Gerach? Ziemlich dunstig noch, aber mal ganz ehrlich – wunderschön, oder?
Ein traumhafter Blick!

Egal bei welchem Wetter, ich bin immer wieder fasziniert von der wunderschönen Landschaft. Daran kann ich mich einfach nicht satt sehen. So, jetzt laufen wir über die nächste Kreuzung hinweg wieder Richtung Dorf. Allerdings von einer anderen Seite.


Doch anstatt am Ende des Weges rechts ins Dorf abzubiegen, marschieren wir links in Richtung Mauschendorf, auf die Untere Draa. Ein seltsamer Name für einen Weg, gell. Und niemand, wirklich, absolut niemand kann mir sagen, welche Bedeutung er hat.


Ganz da vorne laufen wir noch um die Kurve rum, bis zur nächsten Gabelung. Von dort geht es rechts bergauf, auf die Obere Draa. Also immer der lieben Holly nach. Sie kennt den Weg bestens. Wir überqueren dann die Obere Draa und laufen auf einem Feldweg weiter schnurstracks auf den Laimbach zu.

Wegkreuz zum Innehalten
Kurz am Wegkreuz innehalten. Und weiter geht’s. 

Ein Insektenhotel
Hm. Ein seltsames Gebilde steht da in der Gegend rum, gell. Ein Insektenhotel. Ganz schön nobel. Die Nist- und Überwinterungshilfe für Insekten ist Teil des Naturlehrpfades Gerach, der sehr sehenswert ist. Den lassen wir heute aber links liegen…

Wegweiser Naturlehrpfad


… und biegen rechts ab in Richtung Gerach, immer am Wald entlang. Das Gurgeln des Laimbachs begleitet uns fast bis zur Straße, die ins Dorf führt. Ich liebe diesen Weg. 



St. Vitus Kirche in Gerach

Was ich auf meinen Spaziergängen jedoch am meisten liebe, ist der Blick auf die Kirche, wenn wir von Feld und Flur zurückkehren. Das hat so was Vertrautes, Heimeliges.

Gerach: mein Dorf!

Die Kirche wirkt nach außen sehr einfach und schnörkellos. Aber das täuscht. Die spätromanische Kirche St. Vitus, ist eine der ältesten Kirchen Frankens. Sie stammt teilweise noch aus dem 12. Jahrhundert und bildet den Mittelpunkt des Dorfes. Ich finde, mit ihren mächtigen Mauern wirkt sie fast wie eine Burg.

Gerach: mein Dorf!

Gerach: Mein Dorf!

Auf dem Relief der Kirchentür ist der Märtyrer Vitus dargestellt – betend und in einem Kessel mit heißem Öl. Der Heilige St. Vitus ist der Kirchenpatron der Kuratie Gerach.

Gerach: mein Dorf!

Das Geheimnis der Felsenkeller

Schaut das nicht romantisch aus? Das was sich hinter den mit Efeu zu gewucherten Türen verbirgt, waren die ersten „Kühlschränke“. In den sogenannten Felsenkellern hat man Kartoffeln, Rüben, selbstgebrautes Bier und leicht verderbliche Lebensmittel eingelagert. Halt alles, was man so zum (Über-) Leben braucht. In Gerach befinden sich die Felsenkeller mitten im Dorf. In anderen Ortschaften sind sie auch außerhalb zu finden. Da mussten die Leute früher schon ein paar Meter in Kauf nehmen, um sich mit dem Erwünschten zu versorgen.

Gerach: mein Dorf!
Im Zeitalter der Technisierung hat sich das jedoch gründlich geändert. Denn seit Kühlschrank & Co. Einzug in die Haushalte gehalten haben, haben die Felsenkeller weitestgehend ihre ursprüngliche Funktion verloren. Aus dem Dorfbild, sind sie allerdings nicht wegzudenken.

Gerach: mein Dorf!

Gerach: mein Dorf!

Gerach hat aber noch viel mehr zu bieten. Da sind nämlich noch die zahlreichen Vereine, die für ein reges Dorfleben sorgen. Ob Angelverein, Freiwillige Feuerwehr, Theatergruppe, Traktorfreunde, SG-West-Side und nicht zu vergessen die vielen verschiedenen Sportvereine. Sogar zwei Fußball-Fanclubs hat Gerach. Eine Gelegenheit zum Feiern gibt es da immer. Kerwa, Johannisfeuer, Anglerfest, Feuerwehrfest, Wendeplattenfest, Weihnachtsmarkt oder GERT… es geht was ab im Dorf! 

Gerach: Mein Dorf!

Wissenswertes

Gerach liegt im Naturpark Haßberge, ungefähr 20 km nördlich von Bamberg. Erstmals wurde das Dorf am 10. März 1396 urkundlich erwähnt. Im Jahr 1750 ging es in den Besitz des Fürstbistums Bamberg über. Bei der Säkularisation im Jahr 1803 fiel Gerach als Teil des Hochstiftes Bamberg an Bayern. 1810 wurde der Ort dann dem Großherzogtum Würzburg überlassen und fiel im Jahr 1814 endgültig wieder an Bayern zurück. Bewegte Zeiten für so ein kleines Dörfchen, gell. 

Gerach: mein Dorf!
Schaut mal, das ist unsere Bushaltestelle. Ist die nicht cool? Auf eine längere Rast verzichten wir jetzt aber, denn gleich haben wir es ja geschafft.

Gerach: mein Dorf! Gerach: mein Dorf!

Daheim

Das war ein ganz besonderer Spaziergang durch mein Dorf. Vielen Dank für eure Gesellschaft. Mir hat es einen Riesenspaß gemacht. Und wenn es euch auch gefallen hat, dann kommt doch einfach mal in Gerach vorbei und findet euren Lieblingsweg. 

So. Ich bin dann mal weg. Ich hab jetzt nämlich einen Mordshunger! Früüüühstüüüück! Also dann, ade und bis bald.

Wenn ihr mögt, schaut doch noch bei der Kleine Komödie Gerach vorbei oder lernt GERT kennen. Vielleicht gefällt euch ja auch die kleine Herbstimpression.

Gerach: Mein Dorf! Gerach: Mein Dorf! Gerach: mein Dorf!