11. November, 11 Uhr 11. Während die Jugend die Stadt unsicher macht und zum Sturm auf das Rathaus ansetzt, laufe ich zu meinem Bäcker. Denn, in meinem Kalender steht: Faschingsanfang – spätes Frühstück. Die runden, goldbraunen Krapfen mit einem Hauch an Puderzucker haben es mir angetan.

KrapfenFaschingszeit ist Zeit für Krapfen

Krapfen, Krapfen, oh welch leckere kleine Geschöpfe. Das runde Gebäck zum Frühstück, zum Kaffee, als Abendbrot genießen. Frisch von meinem Lieblingsbäcker um die Ecke schmecken sie wirklich so, wie meine Mutter sie gemacht hat. Der erste Biss erfolgt an die Stelle des Spritzlochs – nur so kann ich sicher sein, dass mir die leckere Füllung nicht gleich auf die Kleidung herunter läuft. Jedoch werden die Puderzuckerspuren trotz größter Vorsicht auf meinem Shirt zu sehen sein. Gibt es da auch einen Trick? Falls ja, bitte teilt ihn mir unbedingt mit!

KrapfenHiffenmark: die einzig wahre Füllung für Krapfen

Reichlich Füllung muss es sein. Süß, aber nicht zu süß und mit einem unverwechselbaren Geschmack, läuft das Hiffenmark aus dem Krapfen heraus. Keine Erdbeermarmelade, kein Vanillepudding und schon gar keine Hugo-Variante des Krapfens darf sich in meinen Augen Faschingskrapfen nennen. Nur der echte mit dem Hiffenmark, wie der Franke den Fruchtaufstrich aus Hagebutten nennt. Eine Spezialität, die ich jenseits der fränkischen Grenzen noch nicht gesehen habe und ich nicht müde werde, meine Bekannten außerhalb davon vorzuschwärmen. Und ihnen das ein oder andere Glas mitzubringen.

Krapfen
Krapfen: ein Saisonartikel

Sicher, es gibt Krapfen, Berliner, Pfannkuchen, gefüllte Donuts oder wie sie auch immer genannt werden, das ganze Jahr hindurch. Aber – das ist wie Spargel, Erdbeeren oder Lebkuchen – alles hat seine Zeit. Krapfen gehören für mich zum Fasching wie Luftschlangen, Konfetti und der TV-Abend mit „Fastnacht in Franken“. Mit Faschingskrapfen schlage ich mir den Bauch voll, schwelge ohne schlechtes Gewissen. Und Aschermittwoch ist es eben wieder aus. Dann beginnt die Zeit der Vorfreude. Und Vorfreude ist doch bei weitem die besten Freude, gerade wenn es ums Essen geht.

KrapfenDer Krapfen kommt nicht gern allein

So viel Süßes? Das kann in einer langen Faschingssaison auch schon mal mir zu süß werden. Für diesen Fall hat der gute Franken vorgesorgt. Am 11.11. um 11 Uhr 11 ist daher nicht nur die Wiedergeburt des Krapfen, nein auch die Anisbreze hält wieder ihren Einzug auf meinen Einkaufszettel. Frisch mit Butter, Frischkäse oder mit Teewurst ein Genuss, sorgt sie für Abwechslung zum Frühstück und kann – anders als der Faschingskrapfen – auch ganz kleckerfrei am Steuer gegessen werden. Habt Ihr auch eure kleine Leckereien, auf die ihr euch das ganze Jahr freut?

Etzerdla obber ade,
Eure Sandra

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