Die Feiertage sind vorbei – Und die Oma geht auf Diät…

Die Oma jammert rum, das hältst du echt nicht aus. Sie hat über Weihnachten einfach zu viel gefuttert. Ganze drei Kilo hat sie zugenommen. Kein Wunder: Sie hat aber auch extrem traumhaft gekocht. Mhmm, ich sag’s dir, danach leckst du dir jeden Finger einzeln ab. So, aber was jetzt kommt, das ist überhaupt nicht lustig. Da versteh‘ ich auch keinen Spaß. Einen ‚G4-Gipfel‘ hat sie einberufen, um uns mitzuteilen, dass sie kurzerhand auf Diät geht. Wir könnten ja essen wonach es uns eben gelüstet. Aber kochen tät sie erst mal gar nix mehr! Sagt sie! Ja, toll. Und was glaubst du, wer darf ihre Unbeherrschtheit jetzt ausbaden? Genau. Mein Liebster, die Siebngscheida und ich. Und nun? Muss ICH nun etwa wieder an den Herd, oder was? Au weh… das geht schief, aber volle Kanne! 

Aber das kann sie doch nicht bringen…

Doch sie kann. Und mein Liebster, der ja absolut niemals wegen irgendwas rum meckert, wechselt die Gesichtsfarbe. Ganz blass steht er da. Denn er sieht plötzlich sein leibliches Wohl in allerhöchster Gefahr. Und mich stürzt das unverzüglich in eine tiefe Depression. Wo ich doch voll der Kochlegastheniker bin. Ein Versager auf der ganzen Linie sozusagen. Also, da muss ich jetzt einfach noch mal mit der Oma verhandeln. Aber denkst du, die bringt auch nur einen Funken Verständnis für meine prekäre Situation auf? Nee, nicht die Spur: „Was willst du Grischberla überhaupt,“ pflaumt sie mich an. „Wenn du mei Formad häddsd, do dödsd nedd so blöd daher waafn. Machd doch wosder wöllt – iiech koch in nächsder Zeit nix!“, verkündet sie unwiderruflich. 

Hey, wie schäbig ist das denn?

Vielleicht sollte ich ihr ja mal grad heraus ins Gesicht sagen, wie egoistisch und hinterhältig sie sich benimmt. Und welchen Kollateralschaden sie mit ihrer Totalverweigerei anrichtet… Na ja, aber so richtig trau ich mich das nicht. Vielleicht verderb‘ ich’s mir ja sonst ganz und gar mir ihr. Und solange ich nicht weiß, was die Oma mit ‚Grischberla‘ meint, verkneif ich mir diese Art von Konfrontation. Nein, da halte ich mich prinzipiell erst mal dezent im Hintergrund. Jawoll. Weißt du, ich wollte ja eigentlich die Siebngscheida bitten mir zu erklären, was ein Grischberla ist. Aber die ist wegen der äußerst komplizierten Umstände derzeit nicht bereit auch nur ein Sterbenswörtchen mit mir zu wechseln. Die hat sich in ihr Zimmer verkrochen und schmollt da rum. Na toll! Dabei sitzen wir doch im gleichen Boot. Oder etwa nicht?

Aber vielleicht kannst DU mich ja aufklären: Was bitte ist ein Grischberla? Ist das gar ein Schimpfwort? Na, also… so was… das würd‘ ich der Oma doch glatt zutrauen…