Ich liebe es…

Im Sommer auf’m Bierkeller sitzen und bei einem lauen Lüftchen einfach mal innehalten und die Seele baumeln lassen. Das ist großartig. Dazu ein fränkischer Gerupfter und a Seidla. Was willst du mehr? Ja, aber Leute, das geht doch auch wunderbar im Winter. Also nicht das mit dem lauen Lüftchen. Nee. Des geht fei nedd. Aber ein selbst gemachter Gerupfter und ein Bier daheim genießen. Wenn’s draußen knackig kalt ist und drinnen der Ofen bollert. Das geht. Gell, und ihr wisst es ja: mit Kochen und Backen, da hab‘ ich so gar nix am Hut. Aber an den leckeren Käseaufstrich, da hab‘ ich mich mal ran getraut. Ob er mir gelungen ist? Na klar! Ich sag’s dir, mhmm…der schmeckt vorzüglich! Also mein Liebster, der ist total stolz auf mich. Er freut sich auch schon sakrisch auf die nächste Brotzeit mit der leckeren Käsespezialität.

Fränkischer Gerupfter

SO UND JETZT KOMMST DU

Warum heißt in Franken ein Gerupfter eigentlich Gerupfter? Weißt du das? Also im restlichen Bayern, da sagt man zu dem leckeren Aufstrich Obazda? Aber warum? Na, dann spann‘ ich dich mal nicht lang auf die Folter, denn ich weiß es! Also Obacht: In Franken wird der Käse bei der Zubereitung nicht geschnitten, sondern mit den Fingern gerupft. Also, Gerupfter. Klar? Außerdem machen ihn erst zwei ganz bestimmte Zutaten zur typisch fränkischen Spezialität: Der ‚Stinkkäse‘ – er verleiht dem Gerupften einen sehr würzigen Geschmack und ganz zum Schluss noch ein Spritzer fränkischer Weißwein. Oder – und das gilt bei vielen als Geheimtipp – anstatt Wein ein Schluck Bier. Am besten ein Rauchbier oder ein Ungespundenes. Das verleiht dem Gerupften ein leicht rauchiges Aroma. In meinem Lieblingsrezept darf das Bier nicht fehlen.

Fränkischer Gerupfter

Nach einem Rezept von Uwe Steinmetz
(Wirt des Gasthauses ‚Zum Sternla‘, Bamberg, Quelle: inFranken.de)

DU BRAUCHST DAFÜR:

500 Gramm Camembert (schön reif, gibt ein besseres Aroma)
75 Gramm ‚Stinkkäse‘ – Limburger oder Knirps
150 Gramm weiche Butter
150 Gramm Frischkäse
70 Gramm geschlagene Sahne
2 Frühlingszwiebeln oder eine Gemüsezwiebel
Zwiebel rot
Kümmel (ganz) 1 TL
Paprika edelsüß 1 EL
Cayennepfeffer 1 TL
Salz
Pfeffer
ein Schluck Bier

(Rezept für 4 – 6 Personen)

Gerupfter fränkisch
Und so wird ein Fränkischer Gerupfter zubereitet

Als erstes den Camembert und den ‚Stinkkäse‘ in Stücke rupfen. Hast du schon mal einen Weichkäse mit den Fingern zerrupft? Ich sag’s dir, das fühlt sich vielleicht mal toll an und das macht Spaß… Also gut. In einer Schüssel vermengst du nun den Käse, die Butter, die Sahne und den Frischkäse. Dann werden noch die Gewürze hinzugefügt und jetzt alles schön feste mit einer Gabel zerdrücken. Dabei bitte darauf achten, dass alle Zutaten Zimmertemperatur haben. Dann lässt sich die Masse ganz toll verarbeiten.

Fränkischer Gerupfter

Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden (na gut, das muss ich noch ein wenig üben) und zur Masse geben. Tadaa… und zum Schluss kommt noch ein Schluck Bier dazu. Das macht den Käseaufstrich wunderbar cremig. Alles verrühren – und fertig! 

Fränkischer Gerupfter

Und nun kannst du den ‚Gerupften‘ auf einem Brotzeitbrett lecker anrichten und mit Frühlingszwiebeln und (oder) den Ringen einer roten Zwiebel garnieren. Fertig.

Fränkischer Gerupfter

Dazu gibt es eine Laugenbreze oder frisches Brot und für mich ganz klar: a Seidla!

Mhmm… Also dann: Aan Gudn!

Wenn ihr auf der Suche nach megaleckeren fränkischen Rezepten seid, schaut im Lesestübla vorbei. Die liebe Linda hat einen tollen Buchtipp für euch. Viel Spaß beim Stöbern.