Der Spätsommer ist da. Das heißt, es ist Apfelzeit in Franken! Unsere Spaziergänge führen uns jeden Tag an von Apfelbäumen gesäumten Wegen vorbei. Und die hängen dieses Jahr rappelvoll. Die reifen Früchte leuchten so verlockend, dass ich mir überlegt habe, es ist mal wieder Zeit für ein leckeres Apfeldessert: Fränkischer Apfelschnee! Passt halt total gut in die Jahreszeit.

Franken ist das Land der vielen Apfelsorten. Darunter auch seltene ‘Alte Sorten‘ von denen ich noch nie gehört habe und die auch in keinem Supermarkt zu finden sind. Wie z.B. der ‘Purpurrote Agatapfel’, oder der ‘Lohrer Rambur’. Ein echter Unterfranke aus dem Spessart. Diese Vielfalt wird auf den typisch fränkischen Apfelmärkten präsentiert, die jährlich mit einem bunten Rahmenprogramm abgehalten werden. Jedes Jahr wählen die Landkreise dafür eine andere Gemeinde aus, die dieses Event organisiert. 

Menschen von nah und fern strömen dann an einem Sonntag im Oktober durch die geschmückte Ortschaft, um die vielen Köstlichkeiten zu genießen, die fleißige Hände aus der süßen Frucht geschaffen haben. Und an Verkaufs-, Kunsthandwerks- und Handwerkerständen selbstgemachte Dinge zu erwerben. Auf den Apfelmärkten kann man auch Äpfel aus dem eigenen Garten bestimmen lassen. Aufgrund der Corona-Pandemie fallen die beliebten Veranstaltungen in diesem Jahr aus. Leider. Nun ja, es ist wie es ist. Wenn ihr mögt, informiert euch aber gerne über den Apfelmarkt im Landkreis Bamberg. So, jetzt aber zu meinem Rezept. Das Apfeldessert schmeckt superlecker und ist kinderleicht zuzubereiten.

Fränkischer Apfelschnee

Zutaten Fränkischer Apfelschnee

Die Zutaten für 6 Personen:

  • 1 kg Äpfel
  • ca. 100 ml Weißwein oder Apfelsaft
  • Saft einer 1/2 Zitrone
  • 1/2 Vanilleschote, ausgekratztes Mark
  • 1 Zimtstange
  • 2 Eiweiß
  • 100 g Zucker
  • 1 P. Vanillezucker
  • 1 EL Rum (optional)
  • 1 B. Sahne, geschlagen

Die Äpfel waschen, schälen und das Kerngehäuse entfernen und in Stücke schneiden. Mit dem Wein (natürlich ein Frankenwein), Vanillemark, Zimtstange und dem Zitronensaft in einem Topf garen bis die Äpfel weich sind. Der Wein kann auch durch Apfelsaft ersetzt werden. Ist halt Geschmacksache. Mit der Flüssigkeitsmenge könnt ihr variieren. Das Mus sollte nicht zu dünn sein. Nun die Zimtstange entfernen und die Äpfel passieren. Abkühlen lassen und dann nochmal ab damit in den Kühlschrank bis das Mus vollständig erkaltet ist. 

Das Eiweiß mit dem Zucker und Vanillezucker schnittfest schlagen. Für ein optimales Ergebnis schlage ich das Eiweiß zunächst leicht fest, erst dann lasse ich Zucker und Vanillezucker ganz langsam dazu rieseln. Weiterschlagen bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Jetzt den Rum (darauf habe ich verzichtet) mit dem erkalteten Apfelmus nach und nach unter den Eischnee heben und ganz vorsichtig weiterrühren, bis eine homogene Masse entstanden ist. 

Fränkischer Apfelschnee

Nun den Fränkischen Apfelschnee mit der geschlagenen Sahne hübsch in Gläser anrichten und bis zum Servieren kaltstellen. Fürs Auge bekommt mein Dessert noch ein Häubchen aus glasierten Apfelscheiben. 

Glasierte Apfelscheiben (Dekoration)

  • 1 Apfel
  • 1 EL Butter
  • 1/2 TL Zucker
  • 1/2 TL Zitronensaft
  • 1 MS Zimt
  • Rum (zum Ablöschen, optional)

Den Zucker und die Butter in einer Pfanne karamellisieren. Die Apfelscheiben und ganz wenig Wasser, Zimt und Zitronensaft zugeben und dünsten. Vorsicht: nicht zu weich werden lassen. Zum Schluss die Apfelscheiben in der Pfanne mit etwas Rum ablöschen. Bis zum Anrichten dürfen die fertigen Scheiben in der Pfanne auskühlen.

Glasierte Äpfel

So und jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Zubereiten des megaleckeren Desserts! Und wenn ihr ein typisch fränkisches Rezept für mich habt, schreibt es gerne in die Kommentare. Ich freu mich riesig drüber. 

Last but not least – Der Äppeläquator! 

Heieiei… was es nicht alles gibt. Auch davon hatte ich noch nichts gehört. Aber ich habe mich belesen. Jetzt weiß ich, dass sich der Äppeläquator im Spessart entlang der Linie Wertheim nach Schollbrunn zieht. Er bildet die Sprachgrenze zwischen dem mainfränkischen und dem rheinfränkischen Dialekt. Das heißt, auf der einen Seite des bis zu 20 km breiten Streifens wird fränkisch „geplaudert“ und auf der anderen Seite des Streifens hessisch „gebabbelt“. Wieder was gelernt. Und um das zu verdeutlichen gibt es einen Gedenkstein zwischen Rohrbrunn und Schollbrunn, darauf ist ein Gedicht in beiden Dialekten zu lesen:

„Hier löscht der Oepfelmoust dein Durscht,
den Hunger Grumbiernbrei un Wurscht.

Degeche:
Worscht un Äppelwoi,
muss uff de annern Seide soi.“

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