Fränkische Wörter lernen

“Hm…, was hat der Mann da gerade bestellt?”, frag ich den Lieblingsfranken. “Södz? Das Getränk kenne ich gar nicht.“ Mein Schatz zuckt ratlos mit den Schultern. Davon hat er auch noch nix gehört. Das tröstet mich aber mal richtig. Denn ich lebe ja nun schon seit zehn Jahren in Franken, doch noch immer höre ich Begriffe, die ich einfach nicht zuordnen kann. Das macht mich wahnsinnig. Dem fränkischen Lieblingsmensch geht es ausnahmsweise mal genauso. Fränkisch verstehen ist halt nicht so einfach.

Doch macht euch selbst ein Bild: Sonntagabend sitzen wir gemütlich in einer Weinstube, plaudern und schlürfen unseren Frankenwein. Am Nachbartisch ist eine fröhliche Runde beisammen. Die sind echt lustig. Na ja, und laut. Die Damen kichern ständig rum und von den Herren ist permanent ein sonores Gemurmel zu vernehmen. So, und dann hebt einer der Männer sein leeres Glas und ruft dem Wirt zu: „Nuch amol a Södz, bidde!“ Was hat der Mann jetzt bestellt?

Fränkisch verstehen: Södz! Des Rätsels Lösung!

Und wo zum Kuckuck ist die Siebngscheida? Die kleine Klugscheißerin könnte das Rätsel jetzt nämlich wunderbar auflösen. Tja, aber sie hat ja was besseres vor. Den TATORT will sie gucken. Unbedingt! Toll, oder?

Neugierig wie ich bin, frag ich halt direkt bei den Herrschaften nach. Hach, sind die freundlich. Ohne zu zögern rutschen sie zusammen und bitten uns rüber an ihren Tisch. Dann klären sie uns auf: Södz bedeutet soviel, wie das Gleiche oder ein Solches. Das heißt, der Mann hat einfach noch mal den Wein bestellt, den er zuvor schon hatte. Tja, so einfach kann fränkisch sein.

Wir sitzen noch eine ganze Weile mit der netten Truppe zusammen. Damit wir nicht verdursten reckt der Lieblingsfranke unsere Gläser in die Höhe und ruft dem Wirt zu: “Bringsd uns bidde nuch amol “a Södz“. Es wird ein total lustiger Abend. Beim Abschied versprechen wir uns ein baldiges Wiedersehen. In der Weinstube. Logo. So entstehen Freundschaften. Tja, ihr Lieben, das ist meine Lebensart in Franken.

Wenn ihr mögt, schaut gerne noch in diese kleinen und großen ‘Dramen’ mit der Siebngscheida und der Oma. Ganz viel Spaß dabei!

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