Ich bin ein Glückspilz…

Wisst ihr, was ich großartig finde? Wenn man im tiefsten Innern das Gefühl hat, dass so, wie es ist, alles bleiben kann. Das empfinde ich, seit ich mit meinem fränkischen Ehemann in seiner wundervollen Heimat lebe. Ich genieße die Region mit seiner ganzen Vielfalt in vollen Zügen. Dabei sind es nicht nur die kulturellen Eigenheiten, die Franken so besonders für mich machen. Der fränkische Dialekt hat es mir angetan. Ich bin davon so begeistert, da gerate ich richtig ins Schwärmen. 

Fränkisch ist wie eine Fremdsprache. Finde ich jedenfalls. Nach mehreren Jahren in Franken, schaffe ich es aber mittlerweile (fast) jeder Konversation problemlos zu folgen. Mit der Aussprache der eigenwilligen Mundart, nun ja, da habe ich allerdings noch so meine Probleme. Das merke ich an den belustigten Blicken meiner Gegenüber. Selbst mein Lieblingsfranke zuckt zusammen, wenn ich anfange zu „fränkeln“. Lustig. Irgendwie muss es sich wohl ziemlich komisch anhören, wenn eine Preußin (aus dem Hunsrück) fränkisch spricht. Nichtsdestotrotz, da lasse ich mich nicht entmutigen. Ich rede weiter wie mir der Schnabel gewachsen ist. Fränkisch. Logisch. Also da kann ich ganz schön stur sein.

Ein großartiges Übungsfeld für mich sind Freunde und Verwandte. Wenn wir uns treffen spitze ich immer die Ohren, damit mir auch ja nix entgeht. Die meisten Begriffe und Redewendungen habe ich mir auf diese Weise angeeignet. Denn learning by doing ist nun mal die effizienteste Art zu lernen. Ist so.

Fränkisch lernen:

Los geht’s – Baggmas 

Bassd scho – perfekt, hervorragend.
Ist gleichzusetzen mit einer Gefühlsexplosion

Bimberlaswichdich – Ein Wichtigtuer.
Einer, der meint, er sei unersetzlich.

Dabbm – Hausschuhe
Wasd etz du, wo mei Dabbm sänn? Übersetzt: Weißt du, wo meine Hausschuhe sind?

Fei gscheid bled – Gescheit blöd (Typisch fränkisch: Widersprüche sind die Regel)
Er/sie hat nicht mehr alle Tassen im Schrank.

Freggerla – Freches Kind
(elendicher Verregger – ganz schlimmer Mensch)

Glubberer – 1. FCN-Fan
Der Glubberer geht mit seinem Verein durch dick und dünn. Auf immer!

Goschn – Mund
Halt dei Goschn – halt dein Mundwerk

Glufd – Kleidung

Geh kumm, gämmer – Lass uns gehen.
Noch ein Widerspruch (Geh, komm…)

Heiligsna – In Franken Ausruf des Ärgers oder des Überraschtseins
Das ist mein allerliebstes Lieblingswort. Ich benutze es ständig.

Schäuferla – Fränkisches Nationalgericht aus der Schweineschulter
Das schmeckt, sag ich euch. Das ist der Oberhammer. Mein Schäuferla-Rezept findet ihr
hier

Reigschmegda – Eingeheiratete
Ich bin eine Reigschmegda und ich werde es wohl bis zu meinem Ableben bleiben. Selbst wenn ich noch weitere 50 Jahre in Franken leben würde. Denn nur der gebürtige Franke ist ein Franke. 

A Ruh is – Schluss, Ende, Aus

Was sind eure Favoriten? Schreibt mir, ich freu mich drauf! Wenn ihr Lust auf mehr fränkische Redewendungen und Begriffe habt, schaut mal bei der Siebngscheida vorbei. Da werdet ihr bestimmt fündig. Viel Spaß!

Also dann, ade und bis bald!