Fränkisch lernen

Angekommensein. Kennt ihr das Gefühl, tief im Innern zu wissen, dass so, wie es ist, alles bleiben kann? Das empfinde ich, seit ich mit meinem fränkischen Ehemann in seiner wundervollen Heimat lebe. Ich genieße die Region in seiner ganzen Vielfalt. Was Franken außerdem noch so besonders für mich macht ist sein Dialekt. Ich bin davon regelrecht fasziniert.

Der fränkische Dialekt – Ein Buch mit sieben Siegeln

Fränkisch ist wie eine Fremdsprache. Finde ich. Und ich bin ja so stolz, dass ich es mittlerweile schaffe (fast) jeder Konversation problemlos zu folgen. Mit der Aussprache der eigenwilligen Mundart, nun ja, da hapert es noch gewaltig. Das merke ich an den belustigten Blicken meiner Gegenüber, wenn ich, die Preußin zu „fränkeln“ beginne. Selbst mein Lieblingsfranke zuckt da ordentlich zusammen. Aber das macht mir gar nix aus. Ich rede grad so, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Fränkisch. Klar. Also da kann ich ganz schön stur sein.

Mein Geheimrezept – learning by doing. Dafür sind Freunde und Verwandte ein großartiges Übungsfeld. Bei unseren Treffen spitze ich immer ganz eifrig die Ohren, damit mir auch ja nix entgeht. Und was ich nicht verstehe, erklären sie mir geduldig. Auf diese Weise habe ich mir die meisten fränkischen Begriffe und Redewendungen angeeignet. 

Los geht’s – Baggmas

  1. Bassd scho – perfekt, hervoragend.
    Ist gleichzusetzen mit einer Gefühlsexplosion.

  2. Bimberlaswichdich – Ein Wichtigtuer.
    Einer, der meint, er sei unersetzlich.

  3. Dabbm – Hausschuhe.
    Wasd etz du, wo mei Dabbm sänn?
    Übersetzt: Weißt du, wo meine Hausschuhe sind?

  4. Fei gscheid bled – Gescheit blöd (Typisch fränkisch: Widersprüche sind die Regel).
    Er/sie hat nicht mehr alle Tassen im Schrank.

  5. Freggerla – Freches Kind
    (elendicher Verregger – ganz schlimmer Mensch).

  6. Glubberer – 1. FCN-Fan
    Der Glubberer geht mit seinem Verein durch dick und dünn. Auf immer!

  7. Goschn – Mund
    Halt dei Goschn – halt dein Mundwerk

  8. Glufd – Kleidung

  9. Geh kumm, gämmer – Lass uns gehen.
    Noch ein Widerspruch (Geh, komm…)

  10. Heiligsna – In Franken Ausruf des Ärgers oder des Überraschtseins
    Das ist mein allerliebstes Lieblingswort. Ich benutze es ständig. Meine Enkelkinder bestätigen das gerne.

  11. Schäuferla – Fränkisches Nationalgericht aus der Schweineschulter
    Das schmeckt, sag ich euch. Das ist der Oberhammer. Schaut euch gerne mein Schäuferla-Rezept an 

  12. Reigschmegda – Eingeheiratete
    Ich bin eine Reigschmegda und ich werde es wohl bis zu meinem Ableben bleiben. Auch wenn ich noch weitere 50 Jahre in Franken leben würde. Denn nur der gebürtige Franke – also der Ureinwohner – gilt als Franke.

  13. A Ruh is – Schluss, Ende, Aus

Was sind eure Favoriten? Schreibt mir, ich freu mich drauf! 

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