Ja, könnte das nicht immer so sein?

Du erkennst sie kaum wieder, die kleine Nervensäge, so sanft ist sie. Motzig? Nicht die Spur! Pampig? Ach, kein bisschen! Und warum? Weil, heute darf sie mit auf die Reckendorfer Kerwa. Die Oma mag nicht. Die bleibt daheim: „Hach, ihr immer mit eurer Feierei“, murrt die schlecht gelaunt, „macht was ihr wollt! Ich kümmer‘ mich um die Wäsche. Erledigt ja sonst sowieso keiner.“ Hey, super! Dagegen wehr ich mich jetzt überhaupt nicht. (Pssst… ich erzähl’s nur dir – mir gehen nämlich langsam die Socken aus…).

Und die Siebngscheida?

Ey, das ist jetzt nicht wahr. Die traut sich ja mal was. Kommt ganz lammfromm daher und will ein Kerwasgeld von der Oma. Auweia. Jetzt geh ich besser mal in Deckung. „Warum sollte ich dir ein Kerwasgeld geben…?“, tut die ganz entrüstet, „ewig steckst du die Nase in deine Bücher und tust ganz schlau. Und wenn ich dich mal brauche, hängst du mir bloß ein freches Maul an…!“ Uiuiui… Das lässt die kleine Besserwisserin nicht auf sich sitzen. Die geht voll auf Konfrontation… Puh, jetzt nix wie raus hier. Weil ehrlich, das hältst du nicht aus. Ein Geschrei ist das, dass du meinst, dein Trommelfell fliegt dir voll Karacho zum Ohr raus.

Greinmeicherla…? 

Ich hör‘ die Siebngscheida nur noch schluchzen und die Oma schreit voll in Rage: „Greinmeicherla, du…“! Oha, das Wort kenn‘ ich nicht. Ich glaub‘ jetzt wird’s brenzlig…! Es ist nun wirklich nicht meine Art, mich in Dinge einzumischen, die mich nix angehen. Aber da muss ich jetzt dazwischen, bevor die beiden sich gegenseitig meucheln… Außerdem, wir wollen auf die Kerwa, gell… Und da versteh‘ ich absolut keinen Spaß. Die Kerwa lass ich mir von den beiden Kampfhennen ganz und gar nicht verderben. Jetzt ist Schluss mit lustig!

Aber sag mir doch bitte noch schnell: Greinmeicherla – weißt du was das ist?