Dialekt in Franken

So facettenreich wie der Franke selbst, so ist auch der Dialekt in Franken! Ich kann davon einfach nicht genug bekommen. Am großartigsten finde ich die Wörter, die mit einem ‘la‘ (Oberfranken) oder ‘li‘ (Unterfranken) enden. Und davon gibt es eine ganze Menge, denn sie gehören zu Franken wie der Deckel zum Topf. Da sich mein Lebensmittelpunkt in Oberfranken befindet, konzentriere ich mich auf die ‘las‘.

Hach, und es steckt ja so viel Gefühl in den zwei Buchstaben, die den Unterschied machen. Beispielsweise wird aus einem Schimpfwort ein ‘Schimpfwördla. Herrlich, oder? Das nimmt dem Ernst der Situation doch sofort die Spitze, finde ich. Na, und außerdem spricht es auch für ein großes Einfühlungsvermögen. Was man einem Franken auf Anhieb erstmal nicht zutraut. Doch das täuscht. Ich weiß es, denn schließlich lebe ich Seite an Seite mit einem Franken unter einem Dach.

Und würde der Lieblingsfranke bei einem Streit ‘Greinmeicherla‘ zu mir sagen anstatt ‘Heulsuse!’, oder ‘Häbbäla‘ anstatt ‘Ziege!’, da würde ich ja sowas von dahinschmelzen, das glaubt ihr nicht… Nun, sagt er aber nicht, weil mein liebster Lieblingsfranke der friedliebendste Mensch unterm fränkischen Himmel ist. Na ja, Fußball ausgenommen. Ungelogen! Wenn seine Mannschaft am Verlieren ist, da führt er sich auf, oh Mann, das glaubt ihr nicht. Da verkriecht sich sogar der Hund völlig irritiert unterm Sofa. Uff.

Dialekt in Franken: Derfs awengla mehr sein?

Wer kennt sie nicht, die obligatorische Frage beim Schlachter, wenn sich zufälligerweise a ‘Scheibla‘ Wurst mehr auf die Waage geschlichen hat. Soll man da etwa NEIN sagen? Also ich kann das nicht. Oder beim Bäcker, wenn ‘Brödla, Schneggla, Hörnla‘ und alles was das Herz begehrt, in den Einkaufsbeutel wandern und die Verkäuferin freundlich lächelnd sagt: „’S mechd Sieben Euro und a ‘Zehnerla‘…“ Tja, Leute. Da geht doch gleich das Herz auf, gell. Sieben Euro und a Zehnerla – hört sich das nicht unglaublich sympathisch an? Den Preis zahlt man doch gerne. Da bekommt man direkt das Gefühl, das Erworbene fast umsonst erhalten zu haben. So sehe ich das. Unschönes schön verpackt – mit einem ‘la am Ende gelingt es.

In sämtlichen Bereichen des fränkischen Sprachgebrauchs ist die Verniedlichung von Wörtern hoch beliebt. Hat man sich verletzt, dann hat man ein ‘Wewäla‘. Ist man dabei auch noch wehleidig und jammert rum, nun, dann ist man ein ‘Zieberla‘. Wenn ich im Biergarten die Seele baumeln lasse und mir ‘a ‘Seidla‘ oder ‘a Krügla‘ bestelle, dann klingt das doch lange nicht so maßlos wie: „Einen halben Liter Bier, bitte!“ Oder?

Hach, so könnte ich jetzt noch stundenlang weitermachen mit dem Dialekt in Franken… aber es reicht und deshalb geb ich jetzt auch a Ruh!

Und die Moral von der Geschicht’?

Der Ton macht noch lange nicht die Musik, sondern das ‘la‘ am Ende eines Wortes. Ich liebe es… Und ihr? Was sind eure Favoriten? Schreibt sie gerne in die Kommentare. Ich freue mich drauf!

Mehr über fränkische Dialekte erfahrt ihr über den Link.

Wenn ihr mögt, schaut gerne noch in diese kleinen und großen ‘Dramen’ mit der Siebngscheida und der Oma. Ganz viel Spaß dabei!

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