Ach, Mensch, wie schade. Schon zu Ende. Langsam klappe ich das Buch zu und lege es zur Seite. Kennt ihr das? Ihr steckt tief drin in einer Geschichte und wollt sie einfach noch nicht loslassen. So geht es mir mit Ewald Arenz‘ Roman „Das Diamantenmädchen“. Das Buch spielt im Berlin der 20er-Jahre. Der fränkische Autor reflektiert das Lebensgefühl dieses aufregenden Jahrzehnts so lebendig, dass ich gerne noch ein paar Seiten länger dort geblieben wäre.

Das Diamantenmädchen

Es ist die Geschichte von Lilli Kornfeld, dem „Diamantenmädchen“, ihrem Bruder Wilhelm und dem gemeinsamen Freund Paul van der Laan, Sproß einer Diamantenschleifer-Familie. Diamanten und die blutigen Geschichten um die edlen Steine begleiten die drei Freunde durch ihre Kinder- und Jugendzeit. Sie sind unzertrennlich und verleben eine glückliche Zeit. Lilli verliebt sich in Paul. Die Freundschaft scheint unerschütterlich. Doch die sorglose Zeit endet jäh mit dem 1. Weltkrieg. Paul und Wilhelm melden sich 1916 freiwillig an die Front. Wilhelm kehrt nicht zurück, er gilt als verschollen. 

Lilli, die Anfang der 20er Jahre für eine Berliner Illustrierte arbeitet, nimmt auf Wunsch von Staatssekretär von Schubert Kontakt zu ihrem Jugendfreund Paul auf, den sie seit Kriegsende nicht mehr gesehen hat. Bei einem gemeinsamen Treffen erhält Paul den Auftrag eine größere Menge Rohdiamanten zu schleifen, die über dubiose Wege nach Deutschland gelangt sind. Der Staatssekretär plant, die geschliffenen Steine nach und nach auf den Markt zu werfen, ohne dass sie im Reichshaushalt erscheinen. Grund dafür sind die erdrückenden Reparationsforderungen der Alliierten.

Zur gleichen Zeit wird in Berlin ein Schwarzer ermordet. Ein afrikanischer Musiker. Bei ihm findet die Polizei einen Rohdiamant. Das gibt Rätsel auf. Die Kommissare Schambacher und Togotzes recherchieren. Schon bald stehen Lilli und Paul im Fokus der Ermittlungen. Verbindung ist der Diamant, der bei dem Mordopfer gefunden wurde. Hm, aber liegen die Kommissare richtig mit ihrem Verdacht? 

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(c) Hubert Götz

Eine Geschichte mit vielen Facetten

Ich habe selten ein Buch gelesen, das mehrere Genres so gekonnt in sich vereint wie „Das Diamantenmädchen“. Ewald Arenz lässt Liebesgeschichte und Kriminalfall miteinander verschmelzen. Mit einer Leichtigkeit, die mir großen Spaß macht, erzählt der Autor in Rückblenden vom unbeschwerten Leben der Kinder bis in ihre Jugendzeit. Ich rieche das Gras durch das sie rennen, spüre die Sonne auf meiner Haut. Die Grausamkeiten der Schlachtfelder und Schützengräben, schildert Ewald Arenz so präzise, dass ich betroffen innehalte. Zurück bleiben eine große Armut und die politischen Unruhen der jungen Weimarer Republik, über die sich allmählich ein „brauner“ Schatten legt. 

Kehrseite ist die mondäne, glamouröse Welt der feinen Berliner Gesellschaft. Zügellos feiern sie in Clubs und Bars. Genießen die goldene Zeit. Ich kann die rauchgeschwängerte Luft in den Bars riechen und die Lebensfreude spüren. So lebendig. Ich fühle mich mittendrin. Ein Stück Zeitgeschichte vor deren Hintergrund der Erzähler einfühlsam seine Protagonisten zeichnet.

Das Diamantenmädchen von Ewald Arenz

Wie endet es für Lilli und Paul?

Finden sie wieder zueinander? Und wer ist der Mörder? Nun, ich weiß es. Und soviel will ich euch verraten: es nimmt eine unvorhergesehene Wendung. Na, neugierig geworden? Das  außergewöhnliche Buch könnt ihr gewinnen! Was ihr tun müsst, erfahrt ihr am Ende des Artikels.

Lieber Ewald Arenz, „Das Diamantenmädchen“ ist der erste Roman, den ich von Ihnen gelesen habe, es war definitiv nicht der letzte. Sie sind so ein wundervoller Erzähler. Ich bin begeistert.

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(c) Stephan Bär

Der Autor

Ewald Arenz, geboren 1965 in Nürnberg als Sohn eines evangelischen Landpfarrers, wurde für sein literarisches Werk unter anderem mit dem Bayerischen Staatsförderpreis ausgezeichnet. Im ars vivendi verlag erschienen bisher seine erfolgreichen Romane Der Teezauberer (2002), Die Erfindung des Gustav Lichtenberg (2004), Der Duft von Schokolade (2007), Ehrlich & Söhne (2009), Das Diamantenmädchen (2011), Fernando erbt Amerika (Neuausgabe 2012), Ein Lied über der Stadt (2013) sowie mehrere Bände mit humorvollen Kurzgeschichten. Ewald Arenz lebt mit seiner Familie in Fürth. 

Spannende Kurzgeschichten von Ewald Arenz findet ihr auch in Fränkische Hausmacher Krimis und Arsen und Spritzgebäck. Einfach köstlich. Schaut gerne rein.

Das Diamantenmädchen_Ewald Arenz

 

Das Diamantenmädchen
Sonderausgabe

Arenz, Ewald

ISBN 978-3-7472-0043-8
316 Seiten
Lieferbar
Erscheinungsdatum: 20.03.2019
19,00 EUR(D) inkl. 7% MwSt.
19,90 EUR(A)

Juchuuu! Der Zufallsgenerator hat entschieden:

Herzlichen Glückwunsch, Britta!

Du bist die glückliche Gewinnerin von „Das Diamantenmädchen“. Den wunderschönen Roman erhältst du in den nächsten Tagen. Schon jetzt wünsche ich dir ganz viel Spaß beim Lesen!

Vielen Dank allen anderen für’s Mitmachen. Nicht traurig sein, beim nächsten Mal klappt’s bestimmt!

Ein herzliches Dankeschön geht an den ars vivendi verlag, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

***Das Gewinnspiel ist beendet***

  • Hinterlasst in den Kommentaren, in welcher Stadt die Geschichte spielt. 
  • Das Gewinnspiel läuft ab Sonntag, 09.06.2019 und endet am Mittwoch, 12.06.2019, 23.59 Uhr.
  • Die Auslosung findet am Donnerstag, 13. Juni 2019 statt; per Zufallsgenerator.
  • Es gibt ein Buch „Das Diamantenmädchen“ zu gewinnen.
  • Die/der Gewinner/in wird per Mail benachrichtigt, ich versende das Buch per Post.

Bitte beachten: Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!
Die persönlichen Daten werden ausschließlich für das Gewinnspiel verwendet (Benachrichtigung Gewinner per Mail) und anschließend gelöscht. Kein Werbeversand oder Abonnement eines Newsletters.

So, und jetzt schnell schreiben. Ich drücke euch ganz fest die Daumen! Wenn ihr noch mehr Lust auf die 20er Jahre habt, empfehle ich euch Drudenholz. Der spannende Krimi spielt im beschaulichen Pegnitztal. Schaut mal rein.  

Also dann, ade und bis bald!

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{Ich mache Werbung für die wohl schönste Region Deutschlands – für Franken. Darüber schreibe ich aus Überzeugung. Unbezahlt. Was ich davon habe? Es macht mir riesigen Spaß, die wundervolle Region, in der ich glücklich bin, zu repräsentieren!}