Blumenkunst Julia Welsch

Oh, wie toll ist das denn? So was Schönes habe ich noch nicht gesehen. Allein der Hof ist ja schon ein Hingucker – aber die Scheune erst… heimelige Ecken und Nischen mit originellen Accessoires – und überall Blumen, Blumen, Blumen. Einfach zauberhaft. Naja, denkt ihr bestimmt, ein Blumenladen halt. Doch es ist viel mehr. Die Scheune ist in der ganzen Umgebung bekannt. “Hier ist ein Ort, wo Menschen gern zusammen sind, wo geplaudert und gelacht wird”, erklärt mir die gelernte Floristin und Inhaberin der urigen Scheune ganz stolz. 

Blumenkunst in Unterpreppach

Ich bin heute das erste Mal in der Scheune im unterfränkischen Unterpreppach. Da ich den Mai mit hübschen Frühlingsblumen begrüßen möchte, habe ich kurzerhand die Gelegenheit genutzt mal vorbeizuschauen. Von Julias kunstvollen Blumensträußen hatte ich schon viel gehört. Und ich geb’s auch gleich zu: für Schnittblumen habe ich kein gutes Händchen. Es ist nicht so, dass  ich keine Blumen mag. Nein. Ich finde Blumen ganz wunderbar. Aber selber einen Strauß binden? Oje. Dafür fehlt mir einfach das Geschick. Ist halt so.

Aller Anfang ist schwer

Da ich heute die letzte Kundin bin, darf ich meinen Blumenstrauß selber binden. Unter professioneller Anleitung, versteht sich. Cool. Na, da sag ich doch nicht nein. Ich hoffe nur, die liebe Julia weiß, worauf sie sich da einlässt. Denn große Blumenkunst wird das bei mir nicht. Die kreative Floristin lacht: „Ach komm, du schaffst das schon!“ Beherzt drückt sie mir mehrere mit Draht umwickelte Rebstockhölzchen in die Hand. „Das ist deine Basis”, erklärt sie. “Rings um die Hölzchen drapierst du nun Blumen und Grünes”. „Okay. Hm, und wo fange ich an – davor, dahinter oder wie…?“, schau ich die Fachfrau ratlos an. Echt, ich hab’ null Ahnung.

“Leg einfach los“, macht mir Julia Mut. Also gut. Ich entscheide ich mich für cremefarbene und weiße Blumen. Weil Ton in Ton finde ich ganz toll. Mit ein bisschen Grünzeugs fange ich an – als ‘Füller’. Hm…, das schaut doch schon ganz passabel aus. Weiter geht’s mit einer grünen Santini (das ist eine Chrysanthemenart, hab ich heute gelernt). Dann eine Tulpe… und vielleicht wieder was Grünes? Herrje! Auch das noch! Jetzt will mir doch ständig irgendwo was aus der Hand rutschen… Mensch! So. Jetzt eine Ranunkel. Hach, ich liebe Ranunkeln. Langsam nimmt der Strauß Gestalt an. Aber bis das Gebinde endlich fertig ist, vergeht eine gefühlte Ewigkeit.

Blumenkunst Julia Welsch

Tadaaa… Ist doch voll schön geworden, mein Blumenstrauß, oder? Also ich bin ja sowas von stolz! Puh… ein Spaziergang war das allerdings nicht. Dank Julias Unterstützung ist dann doch noch ein bisschen Blumenkunst daraus geworden.

Rebschnitt und mehr

Blitzschnell zaubert Julia aus den Blumen, die jetzt noch übrig geblieben sind einen wunderschönen Strauß. „Ja, aber das ist doch nichts Besonderes“, winkt sie ab, als ich ihr ein Kompliment mache, „das kann doch jeder…“. Also das seh ich anders. Dafür braucht man ein geschicktes Händchen und Talent – Julia hat es. Ich bin total fasziniert. Sie versteht es aus profanen Dingen kleine Kunstwerke zu zaubern. Ob ein Stück Rinde, Moos, Ginster oder die kleinen Hölzchen, die beim Rebschnitt abfallen – alles findet in ihren Blumengebinden noch ein Plätzchen. Also bei mir daheim wandert der Grünschnitt in die Biotonne. Nicht so bei der einfallsreichen Floristin, da ist dieser ‘Abfall’ das i-Tüpfelchen. „Ich kann mit allem was mir in die Hände fällt etwas anfangen. Und ich mag es, aus wenig mehr zu machen!”, strahlt sie. Ihre Blumenkreationen spiegeln das wieder!

Floristin aus Leidenschaft

Wenn ich mir vorstelle, dass die junge Frau eigentlich Hotelfachfrau werden sollte. Nicht auszudenken! Mit strahlenden Augen verrät sie: “Als ich in den Beruf der Floristin rein geschnuppert habe, da wusste ich genau – das ist es. Das will ich machen! Seitdem schlägt mein Herz nur noch dafür. Und ich bin so glücklich damit…” Herrschaftszeiten, so ein Glück aber auch, kann ich da nur sagen! Denn sonst wärs nix mit Blumenkunst in der Scheune. “Meine Arbeit sehe ich nicht als Arbeit. Meine Arbeit ist Spaß. Es ist für mich das größte Geschenk, wenn sich die Kunden über meine Blumenarrangements freuen.”, schwärmt die gebürtige Fränkin stolz. Und genau das macht ihren Erfolg aus. Also ich könnte ihr jetzt noch stundenlang beim Blumenbinden zuschauen und ohne Punkt und Komma weiterplaudern… Und ich verstehe, weshalb die Scheune so ein beliebter Treffpunkt ist.

Öffnungszeiten Julia Welsch

Blüte, Blatt & Stiel

Kontakt:
Breitenbachstraße 34
96106 Ebern
Telefon: 09531 943927

Rebschnitt und mehr...

Das könnte dich auch interessieren:

Töpferei TONART: Eine Tasse töpfern? Da bin ich dabei!