Es ist seltsam. Jedesmal, wenn ich von einem Bamberg-Besuch heimkomme, könnte ich schwören, die Stadt zu kennen wie meine eigene Westentasche. Doch Pustekuchen. Beim nächsten Stadtbummel entdecke ich dann Dinge, die mir bis dahin überhaupt nicht aufgefallen waren. Ob es eine interessante Hausfassade, ein verwinkeltes Gässchen, in das ich noch nicht geschaut habe, oder einfach nur eine schöne Statue ist. Oft sind es nur klitzekleine Details, die mich zum Staunen bringen. Ich bin sicher, dass ich in zwanzig Jahren immer noch auf Entdeckungsreise in Bamberg bin, einer Stadt voller Überraschungen. Ja, und da ist es doch wohl ein Glücksfall, dass ich ganz in der Nähe der Weltkulturerbestadt lebe. So kann ich mich vom Charme der Stadt bezaubern lassen, wann immer mir der Sinn danach steht.

Ein Tag in Bamberg

Die oberfränkische Stadt Bamberg liegt im Norden Bayerns, am Zusammenfluss von Main und Regnitz. Sie erstreckt sich, wie ihr italienisches Vorbild Rom über sieben Hügel. Deshalb wird sie auch gerne als fränkisches Rom bezeichnet. Und das völlig zu recht. Beim Besuch der weitestgehend unversehrten Altstadt begibt man sich auf eine spannende Zeitreise durch eine mehr als 1000jährige Geschichte.

Bamberg ist mein Tipp für eine Auszeit vom Alltag. Bunt und unwiderstehlich präsentiert sich die romantische Stadt mit unzähligen Sehenswürdigkeiten, urigen Brauereigaststätten, Cafés und süßen kleinen Läden. Lasst euch überraschen von Kultur, Geschichte und einer vielfältigen Bier- und Esskultur.

Tipps für Bamberg

1. Sehenswürdigkeiten

2. Essen & Trinken

Wissenswertes & Infos


1. Sehenswürdigkeiten – Der perfekte Bamberg Rundgang mit nützlichen Tipps

Das Alte Rathaus

Es wurde erstmals 1387 erwähnt. Der damals in Bamberg residierende Bischof hatte nämlich absolut nicht vor, auch nur das kleinste Fitzelchen seines Grundbesitzes für den Bau eines Rathauses abzugeben. Deshalb schufen listige Bürger mit Holzpfählen eine künstliche Insel in der Regnitz (damals war die Regnitz die Herrschaftsgrenze zwischen dem bischöflichen Berg und der bürgerlichen Inselstadt). Darauf bauten sie dann kurzerhand ihr Rathaus. Ganz schön schlau, die Jungs damals. Die wunderschönen Barock- und Rokoko Stilelemente und die Fassadenmalereien entstanden in den Jahren 1744 bis 1756.

Das Alte Rathaus Bamberg

Dom und Domberg

Et voilà: Der romanische Bamberger Dom St. Peter und St. Georg mit seinen vier Türmen. Die Grundsteinlegung des Doms auf dem Domberg wurde 1004 durch Kaiser Heinrich II., dem Gründer des Bistums Bamberg in Auftrag gegeben.

Der Bamberger Dom

Und wäre da nicht ein modernes Baugerüst zu sehen und der Platz nicht von Autos befahren, da könnte man doch echt glauben, man wäre in einer anderen Zeit. Die scheint hier nämlich still zu stehen.

Alte Hofhaltung Bamberg

Die Alte Hofhaltung

Gleich neben dem Dom befindet sich die Alte Hofhaltung. Sie diente den Bamberger Fürstbischöfen bis zum Jahr 1602 als Residenz.

Und heute kann sich die Film- und Theaterindustrie glücklich über so viel gut erhaltene historische Bausubstanz schätzen. Denn der geheimnisumwitterte Domberg mit seinen alten Bauten dient immer wieder als Film- und Theaterkulisse. Im Jahr 2010 wurden hier die ‚Drei Musketiere‘ verfilmt.

Die neue Residenz auf dem Domberg

Neue Residenz

Im Jahr 1602 wurde die Neue Residenz neuer Sitz der Bamberger Fürstbischöfe. Heute befindet sich in dem Gebäude die Staatsbibliothek und die Staatsgalerie von Bamberg. Direkt dahinter erstreckt sich der Rosengarten. Von hier hat man einen unglaublichen Blick über die Stadt und auf das Kloster St. Michael. Faszinierend sind auch die windschiefen Dächer der Altstadt, auf die man blickt. Welche Geschichten sie wohl erzählen würden, könnten sie reden?

Blick über Bamberg

Die Untere Brücke

Die Brücke ist bevölkert von jungen Leuten. Studenten. Wen wundert’s – Bamberg ist Unistadt. Sobald die ersten Sonnenstrahlen vom Himmel lachen, stehen sie auf den Brücken, sitzen vor den Cafes und Bistros der Stadt. Da wird geplaudert und gelacht. Sie verleihen Bamberg einen ganz besonderen Charme.

Untere Brücke Bamberg

Gekrönte Dame

Auf der Unteren Brücke lächelt sie stolz und freundlich von ihrem Sockel herunter: Kaiserin Kunigunde. Gemahlin von Kaiser Heinrich II. Das fromme Kaiserpaar dessen Ehe kinderlos blieb gründete im Jahr 1007 n. Chr. das Bistum Bamberg. Und was man so liest, war das Traumpaar bei den Bamberger Bürgern sehr beliebt. Na dann – einmal ganz lieb zurück lächeln.

Kaiserin Kunigunde

Klein Venedig

Von der Unteren Brücke fällt der Blick auf Bambergs ‚Klein Venedig‘. Ich liebe es. Die kleinen Fischerhäuschen aus dem 16. Jahrhundert schmiegen sich bunt und heimelig am ehemaligen Bamberger Hafen aneinander. So verträumt.

Klein Venedig

Der Kranen

Früher wurden mit Hilfe des Kranens die Schiffe mit dem Fang der Fischer und anderen Handelsgütern beladen. Das ist Vergangenheit. Heute legen hier nur noch die Ausflugsschiffe an und – es ist kaum zu glauben – die Gondoliere. Das ist kein Witz. Wer mag, kann sich auf der Regnitz und dem Alten Kanal in einer echten venezianischen Gondel vom Flair der Stadt verzaubern lassen. Wie auf dem Canale Grande! So romantisch.

Der Kranen in Bamberg

Lädchen, Bistros und süße Cafés…

… schmiegen sich in der Austraße liebevoll aneinander. Bistrotische mit Stühlen und Kuscheldecken laden im Winter zum Verweilen ein. Im Sommer explodiert die Straße vor Leben. Menschen die ihren Kaffee schlürfen, essen, lesen oder plaudern und dabei das Gesicht in die Sonne recken. Das ist die fränkische Lebensart.

Grüner Markt mit dem ‘Gabelmoo’

Auf dem Grünen Markt bieten Händler an ihren Marktständen Blumen, Obst und Gemüse an. Alles frisch aus der Region.

Grüner Markt

Vom Gabelmoo (Gabelmann), der mit seinem Dreizack ein Auge auf das Treiben hat, bis hin zum Maximiliansplatz reichen die rotweißen Marktstände. Sie sind aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Bis ins 11. Jahrhundert reicht diese Markt-Tradition zurück.

Das neue Rathaus und der Maximiliansplatz

Der Maxplatz, wie er im Volksmund heißt, ist der größte Platz in der Innenstadt. Und mit dem Maximiliansbrunnen macht er auch ganz schön was her. Zahlreiche Veranstaltungen und kulturelle Events beleben den Platz das ganze Jahr hindurch. Ob der ‚Tag des Bieres‘, das ‚Bamberger Weinfest‘ oder ‚Bamberg zaubert‘ und der ‚Weihnachtsmarkt‘ – um nur einige zu nennen. Dominiert wird der Platz von der barocken Front des heutigen Rathauses.

Maximiliansplatz Bamberg

2. Essen & Trinken – Wo es in der Unistadt Bamberg am besten schmeckt

Bummeln macht hungrig und an Einkehrmöglichkeiten mangelt es in Bamberg nicht. Ob deftig oder süß, traditonell oder international, für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Das Schlenkerla

Die Brauereigaststätte wurde im Jahr 1405 erstmals urkundlich erwähnt. Die Küche hält typisch fränkische Kost bereit. Auf keinen Fall dürft ihr es versäumen das einzigartige Rauchbier zu probieren. Wie der Name schon sagt, ist es ein Bier mit einem rauchigen Geschmack – ähnlich wie Schinken. Ich finde es megalecker. Für mich ist ein Rauchbier im Schlenkerla Programm. Darüberhinaus lädt das historische Gebäude zu wilden Spekulationen ein, welche Intrigen in längst vergangenen Tagen hier wohl gesponnen wurden.

Keesmann Bräu

In der Brauereigaststätte Keesmann Bräu in Bamberg erwarten euch fränkische Spezialitäten, Hausbräu und eine freundliche Atmosphäre. Hier könnt ihr schlemmen und die Zeit vergessen.

Essen und genießen auf dem Michelsberg

Eine kleine Auszeit auf dem ehemaligen Klostergelände mit einem sensationellen Blick über die Dächer von Bamberg solltet ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen. Vor allem dann nicht, wenn ihr die gehobene mediterrane Küche liebt und die ist im Da Francesco ausgezeichnet.

Wer sich für die Braukultur in Franken interessiert kann auf dem Klostergelände das „Fränkisches Brauereimuseum“ besuchen und sich abschließend im „Café Restaurant Michelsberg“ mit leckerer Torte aus der hauseigenen Konditorei verwöhnen lassen. Das alles findet ihr auf dem Klostergelände St. Michael.

Der Michelsberg Bamberg

Das Eckerts 

Wer die fränkische Küche mag, ist hier goldrichtig. Traditionelle Gerichte neu interpretiert machen die Kreationen im Eckerts so besonders. Einfallsreich umgesetzt sind sie ein Gaumenschmaus. Auch Frühaufsteher werden fündig. Für sie gibt es ein reichhaltiges Frühstück mit Produkten aus der Region. Ungewöhnlich ist die Lage des Eckerts. Im malerischen Mühlenviertel steht das Haus mitten in der Regnitz. Das Wasser des Flusses strömt von allen Seiten in Richtung Bischofsmühlbrücke. Diese trennt das obere vom unteren Mühlenviertel. Vom Eckerts hat man einen wundervollen Blick auf das Alte Rathaus.

Das Eckerts Bamberg

Ein Zuckerstück in der Weltkulturerbestadt

Ein Erlebnis der besonderen Art ist sicherlich das Zuckerstück. Da müsst ihr bei eurem nächsten Besuch in Bamberg unbedingt reinschauen. Kleine Tische im Ladencafé, liebevoll dekoriert, laden zum Verweilen ein. Gefällt euch das Tischchen, auf dem euer Cappuccino in einer Sammeltasse dampft, oder der Stuhl auf dem ihr sitzt? Nicht lange fackeln, ihr könnt es kaufen. Ja, echt! Einzig die Sammeltassen aus denen ihr euren Cappuccino trinkt gehören zu den ganz wenigen Dingen, die unverkäuflich sind. Die Mischung aus alt und modern, hell und dunkel, traditionell und verrückt, die macht das Café zu einer einzigartigen Kulisse.

Das Zuckerstück in Bamberg

Café und Konditorei Riffelmacher

Wenn ihr leckere Torten frisch vom Konditor mögt, dann kommt ihr am Riffelmacher nicht vorbei. Das Traditionshaus wurde im Jahr 1831 gegründet und zum königlich bayerischen Hoflieferanten ernannt. Im Winter könnt ihr den Flair des barocken Hauses mit seiner typischen Kaffeehausatmosphäre drinnen genießen. Wenn sich draußen die ersten warmen Sonnenstrahlen den Weg bahnen, könnt ihr, mit einer Tasse Cappuccino in der Hand, dem bunten Treiben bis hinauf zur Oberen Brücke in aller Ruhe zuschauen.

Café Riffelmacher

Das Zuckerbrot

Neben Kuchen der Saison, Chocolate Cookies, Cantuccini oder Amerikaner findet auch Steinofenbrot, Baguette und anderes Hefegebäck den Weg aus dem Ofen in das schnuckelige Café. Hausgemacht von der Chefin höchstpersönlich. Der Duft von frischem Gebäck, Zimt und Kaffee der einen beim Betreten des kleinen Ladens empfängt ist sensationell. Ich habe im Zuckerbrot die beste Zimtschnecke meines Lebens gegessen.